Urteil gegen 25-jährigen Mann aus Heringen

Freiheitsstrafe für Feuerwerk unter Pkw-Tank

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Totalschaden: Das brennende Auto in Obersuhl, fotografiert von der Feuerwehr.

Wegen vorsätzlicher Brandstiftung hat das Schöffengericht in Bad Hersfeld einen 25-Jährigen aus Heringen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt.

Die Vollstreckung wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem verhängte das Gericht mit seiner Vorsitzenden Silvia Reidt 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der junge Mann hatte am 5. Mai vergangenen Jahres in Wildeck-Obersuhl eine Feuerwerksbatterie unter einem geparkten Auto entzündet, das daraufhin in Vollbrand geriet. Der gerade erst vom TÜV ohne Mängel abgenommene 50.000 Euro-Audi hatte danach nur noch Schrottwert.

Die Tat war die Retourkutsche für einen Vorfall, der sich etwa zwei Wochen zuvor in Sontra ereignet hatte. Hier hatten der Heringer und seine Freunde aus Bebra eine Bekannte zu später Stunde mit einem Klingelstreich geärgert und dabei auch ein Kleinkind geweckt.

Die Bekannte, der Audi-Fahrer und dessen Freundin hatten daraufhin den Pkw des Heringers verfolgt, ausgebremst und die Insassen zur Rede gestellt. Das gefährliche Fahrmanöver und wüste Beschimpfungen hatte die Bebraer veranlasst, die Polizei zu rufen, die die Streithähne zur Ordnung rief.

„Das war komplett Kindergarten“, räumte ein Zeuge ein, der auch zugab, dass sich beide Gruppen in herzlicher Abneigung gegenseitig das Leben schwer machten.

Der zunächst schweigende Angeklagte aus Heringen rang sich schließlich zu einem Teilgeständnis durch. Die Feuerwerksbatterie habe beim Wegrennen „aus Versehen einen Tritt bekommen“ und sei so unter das Auto geraten. Man habe den Audi-Fahrer nur erschrecken wollen. Das Gericht war sich jedoch sicher, dass die Platzierung unter dem Tank kein Zufall war.

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