Der Tod bleibt meist unbemerkt

Badeverbot in Naturseen: Einsatzkräfte warnen vor Gefahren

Beliebter Badesee trotz Badeverbot: Marcel Bachmann, Wehrführer der Obersuhler Feuerwehr, und Christine Rinner, Vorsitzende der DLRG Wildeck, warnen vor dem Baden in Naturgewässern, die nicht offiziell zum Schwimmen freigegeben sind. Dazu zählt auch der Kiessee in Obersuhl, wo sich vor einiger Zeit ein Badeunfall ereignet hat. Fotos:  V. Fischer

Obersuhl. Sie sind sehr beliebt, doch das Baden in Seen, die sich in ehemaligen Kiesgruben und Steinbrüchen gebildet haben, kann lebensgefährlich werden. Wir sprachen mit Einsatzkräften der Feuerwehr und DRLG darüber.

Der Notfall

„Das Baden in Naturseen ist eine unbekannte Gefahr“, sagt Marcel Bachmann, Wehrführer der Obersuhler Feuerwehr. Der 29-Jährige spricht aus Erfahrung. Vor einiger Zeit hat es einen Vorfall in einem See in Obersuhl gegeben. Ein Schwimmer drohte zu ertrinken. Ersthelfer zogen den bewusstlosen Mann aus dem Wasser. Etwas später kamen dann auch die Einsatzkräfte zu dem Schwimmer durch.

„Hilfsorganisationen wie Feuerwehr, DLRG und Rettungsdienst gelangen im Ernstfall nur sehr schwer an die Einsatzstelle, da die Zufahrten und Wege schlecht befahrbar oder versperrt sind“, erklärt Bachmann. Auch die genaue Ortung einer verletzten Person sei aufgrund des unübersichtlichen Geländes schwierig. Das ist auch einer der Gründe, warum solche Seen von den Eigentümern – oft sind die Kommunen zuständig – nicht offiziell zum Baden freigegeben werden.

Die Seen

Der Kiessee in Obersuhl, Schauplatz des jüngsten Badeunglücks, gehört der Wildecker Kieswerke GmbH, sagt Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Es sei ein Betriebsgelände mit laufendem Kiesabbau. Durch viele Hinweisschilder werde auf das Badeverbot hingewiesen.

„Doch nicht jeder hält sich daran, was schade ist“, erklärt Christine Rinner, Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Wildeck. Denn beim Baden im und rund um solche Seen lauern verschiedene Gefahren.

Die Gefahren

Welche Gefahren das sind, erklärt der Feuerwehrmann Bachmann: „Die Uferböschungen bei Seen in Kiesgruben und Steinbrüchen sind oft steil und ungesichert.“ Es bestehe Verletzungsgefahr durch Müll und anderen Unrat. „Zudem gibt es keine Badeaufsicht“, fügt Rinner hinzu. Wer also alleine in einem Natursee seine Runden drehe, in Schwierigkeiten gerate und ertrinke, sterbe oft unbemerkt. Bachmann weist auf weitere Gefahren hin: „Der See kann sehr tief sein und gravierende Temperaturunterschiede aufweisen, die bei Schwimmern zu schockartigen Lähmungen, Herzstillstand und anderen Erkrankungen führen können.“ Da solche Seen außerdem keine offiziellen Badeseen sind, müsse auch nicht die Wasserqualität kontrolliert werden. Damit setzen sich Badende der Gefahr aus, in gesundheitlich bedenklichem Wasser zu schwimmen.

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