Gewerbegebiet bei Hönebach

Entscheidung am Donnerstag: Autohofpläne an der A4 in Wildeck stehen auf der Kippe

Das Wildecker Gewerbegebiet liegt direkt an der A 4. Bislang ist im nördlichen Bereich – auf dem Foto rechts – ein Autohof geplant, im südlichen Bereich eine Halle für einen Logistiker. Auf dem Foto ist oben die Autobahn erkennbar, unten die Straße Richtung Friedewald. Die Gebäude hinten gehören zur Autobahnmeisterei.
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Das Wildecker Gewerbegebiet liegt direkt an der A 4. Bislang ist im nördlichen Bereich – auf dem Foto rechts – ein Autohof geplant, im südlichen Bereich eine Halle für einen Logistiker. Auf dem Foto ist oben die Autobahn erkennbar, unten die Straße Richtung Friedewald. Die Gebäude hinten gehören zur Autobahnmeisterei.

Die Geschichte könnte Stoff für ein spannendes und durchaus auch unterhaltsames Drama bieten: Das Thema Autohof in der Gemeinde Wildeck hat sich möglicherweise erledigt.

Wildeck – In der Realität haben die Pläne für das Gewerbegebiet bei Hönebach direkt an der Autobahn 4 jedoch alle Beteiligten sehr viel Energie, Zeit und Nerven gekostet. Für ihre Sitzung am Donnerstag, 16. September, liegt den Gemeindevertretern nun folgender Beschluss-Vorschlag vor: „Die Gemeindevertretung der Gemeinde Wildeck beschließt, den nördlichen Bereich des Gewerbegebietes Mackenrotscher Garten in Hönebach an die Turnkey Solutions GmbH zu dem bereits beschlossenen Preis zu verkaufen.“

Die GmbH mit Sitz in Gießen hat bereits die Fläche im südlichen Teil des Gewerbegebiets gekauft und möchte jetzt auch den nördlichen Bereich dazu kaufen – also das gesamte Gewerbegebiet. Der Investor will dort Hallen für Logistiker bauen lassen, die dann vermietet oder verkauft werden sollen. Der nördliche Bereich war bisher als Sondergebiet Autohof geplant. Das Unternehmen Autohof 24 stehe auch weiter als Kaufinteressent zur Verfügung, betont Bürgermeister Alexander Wirth. Die Gemeinde sei in ständigem Austausch mit dem Interessenten, von dem bislang allerdings nur Absichtserklärungen vorliegen. Stimmt das Parlament einem Verkauf der nördlichen Fläche an die Turnkey Solutions GmbH zu, sind die Autohofpläne gestorben.

Aus für Autohof hätte für die Gemeinde Wildeck auch Vorteile

Ein Verkauf der nördlichen Fläche an die Turnkey Solutions GmbH biete für die Gemeinde Vorteile, betont Wirth. Wildeck müsse dann nicht mehr die innere Erschließung des Gewerbegebiets mit Kanal, Wasser, Strom und Straße bezahlen. Das übernehme der Investor. Damit spare die Gemeinde etwa 150 000 Euro.

„Auch der Aufbau des umstrittenen Pylonen hat sich dann erledigt. Eine Spielhalle wäre auch kein Thema mehr“, sagt der Bürgermeister. Außerdem entfalle das Risiko, dass der Autohof zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise die Kaufoption für die Optionsflächen nicht ziehe und die Gemeinde die Restflächen nur schwer vermarkten könne. Entfallen würde auch der Bau einer Rechtsabbiegespur, die sich der Autohof-Investor wünscht und auch selbst bezahlt hätte.

„Die Gemeinde könnte den Kaufvertrag mit der Turnkey Solutions GmbH schon im Oktober schließen“, sagt Alexander Wirth. „Dort oben würden viele Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Wildeck werde auch von Einnahmen aus der Gewerbesteuer profitieren.

Pläne für das Gewerbegebiet an der A4 scheitern nicht zum ersten Mal

Das Gewerbegebiet hat eine Fläche von insgesamt 60 000 Quadratmetern – das entspricht der Größe von gut acht Fußballfeldern. Das Thema Autohof hat die Gemeinde Wildeck auch schon zu Zeiten von Bürgermeister Jürgen Grau in Atem gehalten. 2008 hatte das Parlament den Weg freigemacht. Im April 2012 teilte Grau dann mit, dass auch der dritte mögliche Investor abgesprungen war.

2016 starteten Bürgermeister Wirth und das Parlament mit 16 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen und einer Enthaltung einen weiteren Versuch – diesmal mit dem interessierten Investor Autohof 24. (René Dupont)

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