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Arsenbelastung in Richelsdorf: Sanierung privater Grundstücke startet in Kürze

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Von: René Dupont

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Der Bach Weihe hat die giftige Fracht vom ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte in das Dorf gespült. Auch viele angrenzende private Grundstücke sind betroffen.
Der Bach Weihe hat die giftige Fracht vom ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte in das Dorf gespült. Auch viele angrenzende private Grundstücke sind betroffen. © René Dupont

Der Startschuss für die Sanierung der arsenbelasteten privaten Grundstücke in Richelsdorf rückt immer näher. Los geht es voraussichtlich ab Mitte August.

Richelsdorf - Das teilt das Regierungspräsidium (RP) in Kassel auf Anfrage unserer Zeitung mit. Kleine Verzögerungen kann es aber noch geben, weil einige kleinere Punkte noch abgearbeitet werden müssen. Dazu gehört, dass das Zwischenlager für den belasteten Boden noch abschließend hergerichtet werden muss.

Nachdem bekannt wurde, dass die finanzielle Unterstützung von der Gemeinde, dem Landkreis und dem Land ausreicht, und die Eigentümer für den Austausch des Bodens nichts werden bezahlen müssen, haben sich vier weitere Eigentümer für den Bodenaustausch entschieden, teilt das Regierungspräsidium mit. Damit lassen von den 29 betroffenen Eigentümern 27 ihren Boden austauschen. Alternativen sind zum Beispiel eine Einzäunung oder eine Bodenabdeckung.

Vor Kurzem haben sich Mitarbeiter der Fachbehörde noch einmal auf den Grundstücken umgeschaut, um zu klären, wo noch Vorgaben des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt werden müssen. Auf elf Grundstücken kann die Sanierung ohne Einschränkungen umgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke, auf denen der Bodenaustausch auf reinen Rasenflächen stattfinden soll, teilt das Regierungspräsidium mit. Dort kann die Sanierung vor Beginn der Rodungsperiode, die von Anfang Oktober bis Ende Februar geht, starten. Auf den anderen Grundstücken, wo Bäume, Hecken oder Sträucher entfernt werden müssen, die als Brutstätte für Vögel dienen, muss die gesetzlich festgelegt Zeitspanne beachtet werden, in der Rodungen erlaubt sind.

„Die Kosten für die ökologische Baubegleitung trägt das Land Hessen. Dafür müssen die Eigentümer nichts bezahlen“, berichtet das Regierungspräsidium.

Die Sanierung der Grundstücke kann beginnen, wenn die endgültigen Sanierungspläne vorliegen und die Eigentümer den jeweiligen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Regierungspräsidium Kassel unterschrieben haben. Das RP geht davon aus, dass das voraussichtlich ab Mitte August der Fall sein wird. Der Fuhr- und Baggerbetrieb Kurz aus Nentershausen-Süß wird die Grundstücke im Auftrag der Eigentümer sanieren. Logischerweise kann das Unternehmen nicht alle Grundstücke gleichzeitig sanieren. Ein Grundstück wird das erste und eins das letzte sein. (René Dupont)

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