Landwirtschaft

Wetterrückblick: Viel Regen und nützlicher Bodenfrost im Frühling 

Zwischenfrüchte im vergangenen Herbst: Dr. Wolff-Günther Gebauer (rechts) und Christian Rüppel zeigen die Wurzelbildung bei Bodenproben.

Hersfeld-Rotenburg. Die zu Ende gehende Frostperiode hat Minusgrade bis 10 Grad Celsius gebracht - ausgerechnet zum Frühlingsanfang. Doch der Bodenfrost ist auch hilfreich. 

Erstmals nach mehreren Jahren ohne stärkere Fröste hatten die kalten Tage zwischen 21. Februar und 10. März den Boden bis zu 20 Zentimeter tief durchgefroren. Es kam zur Frostgare. Sie sorgt für eine mechanische Lockerung des Bodens nach den ausgiebigen Niederschlägen.

Das Jahr 2017 gehörte zu den vier regenreichsten der vergangenen 20 Jahre, zeigen die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW).

Starkregen richtete in der Landwirtschaft kaum Schäden an 

Im Juli und August gab es mehrfach Starkniederschläge. Es regnete fast doppelt so viel wie sonst im langjährigen Jahresmittel. Seit zehn Jahren fällt in jedem zweiten Jahr in der zweiten Julihälfte überdurchschnittlich viel Regen, erklärt Dr. Wolff-Günther Gebauer mit Blick auf die Urlauber. 

In der Landwirtschaft richtete der Starkregen kaum Schäden an: Weil die Böden noch mit Raps oder Getreide bewachsen waren oder die Stoppeln noch standen, gab es keine Bodenerosion. 

Auch von November 2017 bis Januar dieses Jahres hat es viel geregnet. Der Januar war doppelt so nass wie der Durchschnitt.

Das nun zu Ende gehende Winterhalbjahr war wieder relativ dunkel. Schon seit 13 Jahren liegt die Strahlung in dieser Zeit eher unter dem Durchschnitt.

Tiefgehender Bodenfrost wie im Februar ist selten geworden

Frostige Lufttemperaturen gab es im vergangenen Jahr 2017 nur kurzzeitig. Immer mal lagen Anfang November und dann ab dem 25. November bis zum 17. Dezember die Temperaturen unter Null. 

Der niedrigste Wert im Jahr 2017 lag bei minus 14,6 Grad Celsius. Der Boden allerdings gefror wie schon seit 2014 nur kurzzeitig und oberflächlich. 

So ist Frost, wie er seit dem 21. Februar dieses Jahres im Boden ist, inzwischen selten geworden. Aber auch er reichte vermutlich nicht aus, um ausreichend Schädlinge zu reduzieren, vermutet Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft. 

Profitiert habe der Boden aber dennoch vom Durchfrieren bis auf 20 Zentimeter Tiefe. So waren bei den relativ warmen Wintertemperaturen die Zwischenfrüchte auf den Feldern noch gewachsen. Mit dem Frost sind sie abgefroren, und das ist gut so, sagt Gebauer.

Abgefrorene Pflanzen sorgen für weniger Düngebedarf 

In den Zwischenfrüchten sind Nährstoffe gespeichert, die den Nachfolgekulturen wie etwa Mais zugute kommen. Das heißt, die nun abgefrorenen Pflanzen reduzieren den Düngebedarf der folgenden Feldfrüchte erheblich oder machen weiteren Dünger überflüssig. 

Meistens wird als Zwischenfrucht eine Mischung verschiedener Pflanzen verwendet, darunter Senf und Phacelia, die man im Herbst auf immer mehr Ackerflächen blühen sieht. 

Auch für große Bauerngärten bieten sich laut Gebauer die Zwischenfrüchte als Multitalente an. Sie sorgen gemeinsam mit dem Frost für eine gute Bodenstruktur und die besten Bedingungen für die Saat des Gemüses ebenso wie der Ackerkulturen Hafer, Sommergerste, Mais, Bohnen, Erbsen und viele andere Früchte des Feldes.

Die Wetterdaten kommen aus Alheim

Die Wetterdaten der Arbeitsgemeinschaft Land-und Wasserwirtschaft (AGLW), die die Niederschläge betreffen, stammen von den wöchentlich abgerufenen Messungen ehrenamtlich tätiger Landwirte und Bürger aus den 16 angeschlossenen Gemeinden im Kreisgebiet Hersfeld-Rotenburg – einschließlich Eiterfeld, Ringgau und Herleshausen.

Die Temperaturen misst die AGLW in Alheim-Niedergude an ihrer Wetterstation, die sich in einer Höhenlage von 285 Metern befindet. Auf dieser Höhe gibt es auch die meisten Wasserschutzgebiete. 

Der Schutz der Trink- und Grundwasservorkommen ist seit über 25 Jahren das Anliegen der AGLW.

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