400 Schüler nahmen teil

Wenn die Pumpe versagt: Aktionstag im Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg

Mit Freude im Operationssaal: Lisa Bergen und Vros Vokic, Schüler der Jakob-Grimm Schule Rotenburg hantieren mit einem Herzkatheter am Stoff-Pinguin. 

Rotenburg. Reanimieren, Herzkatheteruntersuchungen und Notruf absetzen: Fünftklässler von fünf Schulen aus dem Landkreis wurden am Dienstag von Mitarbeitern durch das bunte Programm „Hersfeld-Rotenburger Kids retten Leben“ geführt.

Beginnend mit einer Vorlesung, in der sie viel über das Herz und seine Funktionsweise lernten. Professor Holger Nef und Dr. Matthias Bayer setzten gemeinsam mit den Schülern im Durstewitzsaal einen echten Notruf an die Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes ab, damit die Kinder im Notfall wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Anschließend ging es dann an mehreren Stationen weiter ums Lebenretten und ein gesundes Herz. An einem übergroßen und begehbaren Herzmodell wurden den Schülern die einzelnen Bereiche des Herzens nähergebracht, was für große Begeisterung bei den Fünftklässlern sorgte.

Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes erklärten an Übungspuppen, wie man im Ernstfall eine Person wiederbelebt und worauf dabei zu achten ist.

Im Operationssaal des Herz-Kreislauf-Zentrums durften die Schüler an einem Stoff-Pinguin als Patienten-Ertsatz mit einem Herzkatheter hantieren. Oberarzt Ralf Mootz nahm sich viel Zeit, um einen Operationssaal des HKZ mit seinen umfangreichen Untersuchungsinstrumenten, auch für Nicht-Mediziner begreifbar zu machen. Besonders die moderne Technik der Röntgenapparate weckte die Aufmerksamkeit der Schüler.

Dr. Matthias Bayer, der die Veranstaltung mitmoderierte, verdeutlichte die besondere Rolle, die Kinder beim Lebenretten einnehmen können: „Bei Kindern ist die Hemmschwelle, zu helfen, deutlich niedriger, als bei Erwachsenen“, sagte er. Er erhoffe sich, dass beispielsweise im Biologieunterricht Themen wie Erste Hilfe und Wiederbelebung fest in den Stundenplan integriert werden sollten, wie es in Skandinavien schon lange zur Tagesordnung gehöre. Der Kardiologe wünscht sich insgesamt eine stärkere Sensibilisierung für Reanimation in der Schule, denn „Leben retten kann jeder“, sagte er.

Das Herz-Kreislauf-Zentrum veranstaltete zum ersten Mal eine solche Kampagne unter dem Motto „Hersfeld-Rotenburger Kids retten Leben“. Der sogenannte plötzliche Herzkreislauf-Stillstand mit einer erfolglosen Wiederbelebung ist laut Pressemitteilung des HKZ die dritthäufigste Todesursache in zivilisierten Ländern. Viele dieser Leben könnten gerettet werden, deshalb gebe es Veranstaltungen wie diese, damit Laien und insbesondere Kinder umgehend im Notfall mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen können und wissen wie Leben gerettet werden kann.

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