Höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsportes

Weniger Zulauf beim Sportabzeichen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Teilnehmer, die im Landkreis Hersfeld-Rotenburg das Sportabzeichen absolvieren, ist rückläufig.

Es ist die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsportes und jeder kann es erwerben: das Deutsche Sportabzeichen. Doch die Zahl derer, die sich den Herausforderungen hierfür stellen, ist im Landkreis rückläufig.

„Leider ist bei den Erwachsenen in unserem Kreis ein Rückgang zu verzeichnen – und gerade in der Altersklasse zwischen 25 und 40 Jahren werden kaum Sportabzeichen abgelegt“, berichtet Justina Mrugalla. Sie ist die Sportabzeichenbeauftragte des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg, der alle organisatorischen Dinge rund um die Abnahme des Sportabzeichens koordiniert.

Waren es im Jahr 2012 – dem letzten Jahr vor der Sportabzeichenreform (siehe Hintergrund) – noch 2300 Menschen, die im Landkreis ein Sportabzeichen erhielten, so ist die Zahl derer, die sich den verschiedenen Disziplinen im Jahr 2017 gestellt haben, auf 1355 gesunken. Vor sechs Jahren beteiligten sich noch 30 Schulen, 30 Vereine und vier Kompanien der Bundeswehr – im vergangenen Jahr waren es gerade noch 16 Schulen und 25 Vereine.

Ein Grund hierfür sei, dass mit der Sportabzeichenreform die Anforderungen für die erfolgreiche Teilnahme anstiegen, sagt Mrugalla. „Für die Schulen, besonders die Grundschulen, ist es etwas schwieriger geworden, weil die Bundesjugendspiele nun nicht mehr in allen Disziplinen mit einbezogen werden können“, erklärt die Sportabzeichenobfrau.

Positiv sei jedoch, dass es kaum noch Durchfaller gebe, da die Teilnehmer die Möglichkeit haben, die Disziplinen bei den Sportabzeichenprüfern auch zu üben. „Wer erst mal dabei ist, bleibt es auch meist“, sagt Mrugalla. Das Sportabzeichen kann einmal pro Jahr erworben werden. „In unserem Sportkreis steht der Rekord bei 61 Abzeichen – den ältesten Teilnehmer gab es 2016, er war 90 Jahre alt“, sagt die 48-Jährige. Aber auch Sechsjährige seien schon dabei. 

Seit über 100 Jahren wird ausgezeichnet

Das Deutsche Sportabzeichen (DSA) hat eine lange Geschichte. Schon im Jahr 1912 wurde es aus der Taufe gehoben. Die Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Olympische Spiele legte die Verleihung und die Bedingungen für die Auszeichnung fest, die damals den Namen „Auszeichnung für vielfältige Leistung auf dem Gebiet der Leibesübungen“ erhielt. Der Begriff Sportabzeichen wurde noch vermieden, um die Turner mit einer gleichlautenden Ehrung nicht zu verärgern. Seit 1921 wird das Sportabzeichen auch an Frauen verliehen. Zum 100. Geburtstag 2012 wurde eine grundlegende Modernisierung des DSA umgesetzt. Die Vorbereitungen hierfür liefen seit 2007. Mit der grundlegenden Überarbeitung der Leistungsanforderungen basieren diese nun auf den vier Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination. 

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Laura Hellwig

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