Lange Umwege für große landwirtschaftliche Fahrzeuge

Weiter warten auf die neue Brücke über die Fulda in Blankenheim

Eingeschränkt befahrbar: Die Wirtschaftsbrücke über die Fulda bei Blankenheim, über die auch der Radweg 1 führt, ist marode. Sie soll ein paar Meter weiter neu gebaut und das alte Bauwerk abgerissen werden.

Blankenheim. Mit dem Ersatzneubau der Brücke über die Fulda bei Blankenheim wird es noch etwas dauern. Gründe sind die noch nicht komplett stehende Finanzierung.

An der Finanzierung sind mehrere Ämter beteiligt. „Das Land Hessen lässt uns nicht im Stich“, versichert aber Bürgermeister Uwe Hassl. Er rechnet mit einem Baubeginn im nächsten Jahr und Kosten von insgesamt 2,3 Mio. Euro, davon 1,2 Mio. Euro Förderung.

Hassl sagt, wegen Belangen des Naturschutzes würden für die Bauarbeiten zweieinhalb Jahre angesetzt. Flora und Fauna, Laich- und Brutzeiten müssten beachtet werden.

Die Brücke dient nicht nur dem landwirtschaftlichen Verkehr und den Radfahrern auf dem gut frequentierten R1, sondern auch als Zufahrt zum Sportplatz und Vereinshaus des TSV Blankenheim auf der anderen Fuldaseite des Ortes. Die Planung ist so kompliziert, weil die Brücke von zwei Behörden gefördert wird.

So sind das Amt für Bodenmanagement beteiligt, weil es sich um eine Wirtschaftsbrücke handelt, und Hessen Mobil, weil der Radweg 1 über die Brücke führt. Wegen des Verbots der Doppelförderung besteht eine Vorlagepflicht der Verwaltungsvereinbarung beider Fördermittelgeber beim Landesrechnungshof, sagt Hassl. Diese Vereinbarung musste vom Ministerium in Wiesbaden genehmigt werden. Es gehe nun noch um den jeweiligen Förderanteil, erklärt Hassl.

Ein Radweg müsste allerdings nicht so breit sein wie ein Wirtschaftsweg, der entsprechend mehr kostet, erläutert der Bürgermeister. Hinzu komme, dass die Fulda nach wie vor als Bundeswasserstraße eingestuft ist. Auch dieses Amt ist am Genehmigungsprozess beteiligt.

Die derzeitige Brücke lagere auf „Stempeln“ im Wasser auf, die nicht mehr tragen. Sie sollten aber bleiben, um die gewachsene Verströmung des Wassers zu erhalten, so eine Auflage der Naturschutzbehörde. Die neuen Brückenstempel werden an Land sein, was wiederum für eine Bundeswasserstraße erforderlich ist.

Schon vor zwei Jahren fand eine Bürgerversammlung zum Thema statt, bei der noch die Varianten Sanierung und Umbau diskutiert worden sind. Der nun geplante Abriss und Ersatzneubau hat den Vorteil, dass die bisherige Brücke weiter genutzt werden kann, bis die neue fertig ist. Diese soll dann 4,5 Meter breit und 120 Meter lang werden.

Seit nunmehr acht Jahren ist die Brücke nur noch eingeschränkt befahrbar. Schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge ab drei Tonnen müssen lange Umwege fahren, das gilt auch für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr oder die Müllabfuhr. Auch die Höhe der Fahrzeuge ist auf unter 2,20 Meter beschränkt.

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Bebra
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