Künftig gibt es einen medizinischen Direktor

Klinikum Hersfeld-Rotenburg: Ab Juni nur noch ein Geschäftsführer

Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg, hier eine Luftaufnahme des Bad Hersfelder Klinikumstandorts.
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Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg, hier eine Luftaufnahme des Bad Hersfelder Klinikumstandorts.

Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg wird künftig nur noch einen Geschäftsführer haben.

Hersfeld-Rotenburg – Das hat der Landkreis als alleiniger Eigentümer des kommunalen Klinikkonzerns auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt.

Bislang standen zwei Männer an der Spitze des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Klinikums: der kaufmännische Geschäftsführer Rolf Weigel und Dr. Tobias Hermann für den medizinischen Bereich. Hermann gab jedoch Ende März bekannt, dass er um die Auflösung seines Vertrages zum 31. Mai gebeten hatte.

Der Aufsichtsrat empfahl daraufhin Anfang der vergangenen Woche den Mitgliedern der Gesellschafterversammlung der Klinikum Bad Hersfeld GmbH, dass nach Hermanns Ausscheiden nur noch Rolf Weigel die Geschäfte führen soll. Die Gesellschafterversammlung folgte nun dieser Empfehlung.

Ist kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Hersfeld-Rotenburg: Rolf Weigel.

Anstelle eines medizinischen Geschäftsführers soll ein hauptamtlicher medizinischer Direktor eingestellt werden, „um die medizinische Expertise auf Leitungsebene zu unterstützen“, heißt es in einer Mitteilung. Ein medizinischer Geschäftsführer unterscheidet sich von einem medizinischen Direktor etwa darin, dass ein Geschäftsführer für ein Unternehmen unterzeichnet, im Handelsregister eingetragen ist und haftbar ist – ein Direktor nicht.

Der neue hauptamtliche Direktor soll nach den Plänen der Gesellschafter von ein oder zwei ärztlichen Direktoren unterstützt werden. Bei der personellen Besetzung der ärztlichen Direktoren habe die Gesamtchefarztkonferenz ein Vorschlagsrecht. Sie soll so die Interessenvertretung des ärztlichen Kollegiums wahrnehmen. „Die Geschäftsführung ist von der Gesellschafterversammlung beauftragt worden, das Besetzungsverfahren zur Position des medizinischen Direktors einzuleiten sowie eine Auswahlkommission einzusetzen“, heißt es vom Landkreis.

Die Umstrukturierungspläne des Klinikums, die eine Verlagerung der akutmedizinischen Bereiche an den Standort Bad Hersfeld vorsehen, blieben durch die Stellenneubesetzung unberührt, betont der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Landrat Dr. Michael Koch. „Nur durch eine standortübergreifende Zusammenarbeit kann es uns gelingen, den gesamten Konzern weiter zu stabilisieren. Dass wir den Weg hierzu eingeschlagen haben, ist auch der guten und professionellen Arbeit Dr. Hermanns zu verdanken.“

Dr. Tobias Hermann vor dem Bad Hersfelder Klinikum.

Hermann selbst sei die Entscheidung, den Klinikkonzern zu verlassen, nicht leicht gefallen. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde und das dieser bei konsequenter Umsetzung auch den gewünschten Erfolg bringen wird“, so der 53-Jährige. „Dass ich diesen Weg nicht weiter begleiten kann, fällt mir schwer, aber es gibt Zeiten im Leben, in denen persönliche und familiäre Gründe tragender werden.“ Der gebürtige Schwabe wünscht sich „einen Erfolg für die Medizin in der Region“. Herrmann war in den vergangenen zwei Jahren Geschäftsführer im Klinikverbund und seit Januar 2017 als medizinischer Direktor in der Geschäftsleitung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg tätig. (Sebastian Schaffner)

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