Warnstreik der IG-Metall für bessere Bedingungen

300 Bebraer Continental-Mitarbeiter legten die Arbeit nieder

Kämpferisch vor dem Werkstor: Die Mitarbeiter des Bebraer Continental-Werks legten am Freitag für eine Stunde die Arbeit nieder. Zu dem Warnstreik aufgerufen hatte die IG-Metall, die bei einer Kundgebung ihre Forderungen an die Arbeitgeber unterstrich. Fotos: Meyer

Bebra. Mitarbeiter des Continental-Werks in Bebra haben gestern am frühen Nachmittag für eine Stunde die Arbeit niedergelegt. Die IG Metall Nordhessen hatte zu dem Warnstreik aufgerufen.

Die Gewerkschaft will damit ihren Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland Nachdruck verleihen.

In dieser Woche waren bereits Mitarbeiter verschiedener Firmen in Warnstreik getreten, gestern auch bei Pacoma in Eschwege und Hettich in Frankenberg. Die Gewerkschaft fordert für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen in Höhe von von sechs Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem will die Gewerkschaft einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten durchsetzen – wir berichteten.

Während des Warnstreiks beteiligten sich über 200 Mitarbeiter des Bebraer Continental-Werks an einer Kundgebung vor einem Werkstor des Betriebs. „Unsere Forderung trägt der sehr guten wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung“, sagte Elke Volkmann, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen. Die geforderte Entgelterhöhung werde die Wirtschaft in Deutschland zusätzlich ankurbeln und damit die Konjunktur stärken. Die Unternehmen der Branche seien auf Rekordniveau ausgelastet und könnten sich höhere Löhne daher leisten.

Ein Stück Freiheit

Drohte mit Ausweitung der Streiks: Elke Volkmann von der IG-Metall.

Wer die Arbeitszeitverkürzung nutzt, um familiären Verpflichtungen wie der Pflege von Angehörigen nachzukommen, soll laut Forderung der Gewerkschaft einen Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten. „Es geht uns um ein Stück Freiheit und Souveränität über das eigene Leben“, sagte Volkmann. Derartige Arbeitszeitinstrumente würden Betriebe auch für Fachkräfte attraktiver machen, argumentierte die Gewerkschafterin.

Volkmann drohte mit einer Ausweitung der Streiks, sollten die Arbeitgeber keine Gesprächsbereitschaft signalisieren. „Dann werden ganze Schichten ausfallen“, so Volkmann kämpferisch.

Karl-Heinz Wicke, Betriebsratsvorsitzender von Continental am Standort Bebra, zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung der Mitarbeiter am Warnstreik. Über 300 Mitarbeiter hätten die Arbeit niedergelegt.

Auch die IG Metall Nordhessen zog eine positive Bilanz der ersten Warnstreikwelle: „Rund 4500 Beschäftigte haben mit einstündigen Warnstreiks in der Region ein sehr klares Zeichen an die Arbeitgeber gesendet“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, am Freitag in Kassel. Die sehr gute Beteiligung und positive Stimmung bei den Aktionen habe gezeigt, dass die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geschlossen hinter den Forderungen der IG Metall stünden, sagte Dietzel.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Bebra
Kommentare zu diesem Artikel