Kassel, Göttingen, Bebra...

Cantus streikte am Montag kurzfristig in weiten Teilen der Region

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Im Streik: Lokführer mit Andreas Schäfer von der EVG-Geschäftsstelle Frankfurt. Dieser Cantus fuhr noch nach Göttingen, allerdings mit über 20 Minuten Verspätung um 12.25 Uhr ab bebra, Lokführer war ein kurzfristig eingesetzer Leiharbeiter.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft hat ihre bei Cantus beschäftigten Mitglieder am Montag, den 23. April 2018 zu einem Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die Standorte Kassel, Göttingen und Bebra. Auch der Werra-Meißner-Kreis ist betroffen. Der Warnstreik begann kurzfristig um 11 Uhr.

„Wir haben diesmal ganz bewusst auf eine Vorab-Information an die Fahrgäste verzichtet“, machte EVG-Verhandlungsführer Sven Langensiepen deutlich. „Nachdem der Arbeitgeber unser Entgegenkommen an die Fahrgäste ausgenutzt hat, um unseren Arbeitskampf zu unterlaufen, in dem er sämtliche Führungskräfte, die eine Berechtigung zum Fahren haben, dienstverpflichtet hat, bleibt uns gar keine andere Wahl, als diesmal auf den Überraschungsmoment zu setzen“, stellte er fest. Die Verantwortung für die absehbare Verärgerung der Fahrgäste trage die Cantus-Geschäftsleitung.

Ein weiterer Warnstreik sei nötig, da der Arbeitgeber bislang keinerlei Bereitschaft zeige, über die Forderungen der EVG zu verhandeln. „Statt dessen wurde uns der Tarifvertrag einer anderen Gewerkschaft vorgelegt, den wir unterschreiben sollten. Das kommt für uns überhaupt nicht in Frage, zumal unsere Mitglieder hinsichtlich der Arbeitszeiten deutlich schlechter gestellt sein würden, als bisher“, erläuterte EVG-Verhandlungsführer Sven Langensiepen.

Die EVG fordert für ihre Mitglieder die Rückkehr zu familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen. „Bislang konnten unsere Kolleginnen und Kollegen davon ausgehen, dass sie jedes zweite Wochenende frei hatten; das ist mittlerweile nicht mehr der Fall“, kritisiert Sven Langensiepen.

Zudem fordert die EVG die Einführung des EVG-Wahlmodells auch bei der cantus. „Wir haben zwischenzeitlich in vielen Eisenbahnverkehrsunternehmen durchgesetzt, dass unsere Mitglieder selber entscheiden können, ob sie mehr Geld, mehr Urlaub oder einer Arbeitszeitverkürzung wollen. Dieses innovative Modell soll auch bei der cantus gelten“, machte EVG-Verhandlungsführer Sven Langensiepen deutlich.

Diese und weitere Forderungen seien dem Arbeitgeber bereits in der Auftaktrunde vorgelegt worden, gleichwohl gebe es bis heute keinerlei Bewegung. „Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel, deshalb werden unsere Mitglieder ihren berechtigten Forderungen heute durch einen Warnstreik noch einmal den nötigen Nachdruck verleihen. Der Arbeitgeber wird dann hoffentlich verstehen, dass er in den Verhandlungen mehr als bisher bieten muss“, so Sven Langensiepen.

Die Warnstreiks bei cantus beginnen am Montag, den 23. April 2018, ab 11 Uhr in Kassel, Göttingen sowie Bebra und werden über den Mittag hinaus andauern. Auch der Werra-Meißner-Kreis ist betroffen. Mit Verspätungen und Zugausfällen muss gerechnet werden. 

Quelle: HNA

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