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Ausflugstipps: Wandern am Grünen Band und Altes neu lernen

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Nach der Wiedervereinigung vergessen: Der Beobachtungsturm Winterliete soll – wie weitere Kulturdenkmale in Unterbreizbach – künftig mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Nach der Wiedervereinigung vergessen: Der Beobachtungsturm Winterliete soll – wie weitere Kulturdenkmale in Unterbreizbach – künftig mehr Aufmerksamkeit bekommen. © Roland Ernst/Gemeinde Unterbreizbach

Das Grüne Band soll mehr Menschen an Orte der Geschichte locken - dafür nimmt die Gemeinde Unterbreizbach Geld in die Hand.

Unterbreizbach – Die Gemeinde Unterbreizbach will Besucher an geschichtsträchtige Orte am Grünen Band locken. Die ehemalige innerdeutsche Grenze im Gemeindegebiet werde – von Unterbreizbach bis Pferdsdorf – auf einer Länge von circa zehn Kilometern rege als Wanderstrecke genutzt, sagt Bürgermeister Roland Ernst (parteilos). Die etwas abseits der Wege gelegenen geschichtsträchtigen Orte seien aber selbst Einheimischen „leider nahezu unbekannt“. Dank dem Projekt „Geschichte erlebbar machen“ könnte sich das bald ändern.

So soll beispielsweise ein ehemaliger Beobachtungsturm, der nach Angaben des Bürgermeisters „bei den Abrissarbeiten in den 90er-Jahren schlichtweg vergessen wurde“, künftig zu einer Attraktion werden.

Der „vergessene Turm“ war schon vor einigen Jahren von der Gemeinde wieder zugänglich gemacht worden und kann nach Anmeldung auch besichtigt werden. Wegen der steilen Leitern im Inneren sei das aber „nur für Erwachsene mit einer guten Konstitution möglich“. Zudem bestehe immer das Risiko eines Absturzes. Mit Sicherungen an den Leitern soll diese Gefahr beseitigt werden.

Zeitzeugenberichte am Grünen Band: Vergessene Türme und Basaltgipfel

Auch Zeitzeugenberichte gehören zum Projekt. Dabei werde die Gemeinde auch von der Point-Alpha-Stiftung unterstützt. Die Erinnerungen der Zeitzeugen sollen aufgenommen werden – und Interessierte könnten sie dann an bestimmten Punkten in der Gemeinde über eine App per Audio-QR-Code anhören.

Im Umfeld des „vergessenen Turms“ genauso wie des früheren Führungsturms am Fuße der K+S-Abraumhalde sollen die vorhandenen Informationstafeln erneuert beziehungsweise neue angebracht werden. Am Fuß der Salzhalde bietet sich eine gute Aussicht auf die Basaltgipfel Oechsen- und Dietrichsberg. Und beim Blick in Richtung Philippsthal ist der ehemalige Grenzverlauf im Bereich des Lohbergs zu sehen. Deshalb, erklärt der Bürgermeister, biete sich dort die Installation eines Aussichtsfernrohres an.

Mehr Aufmerksamkeit sollen künftig auch die Hügelgräber aus der Bronzezeit nahe des Grünen Bandes bei Pferdsdorf bekommen. Vorgesehen ist, mit neuen, „ein bisschen mehr populärwissenschaftlichen Informationstafeln“ die Gräberanlage touristisch stärker in den Fokus zu rücken. Zusätzlich sollen mehrere Hinweisschilder aufgestellt – und der Bereich mit Sitzgelegenheiten aufgewertet werden.

Auch Kletterparcours finden sich am Grünen Band

Das Thüringer Umweltministerium hatte im vergangenen Jahr zu Projekten entlang des Grünen Bandes aufgerufen und dafür Fördergeld in Aussicht gestellt. Für das erste Projekt „Lieblingsplätze am Grünen Band“, wozu unter anderem die Errichtung eines Niedrigkletterparcours am Salzberg gehört, hatte es bereits im vergangenen Oktober einen positiven Fördergeldbescheid gegeben.

Auch „Geschichte erlebbar machen“ wird gefördert. Die Gesamtkosten für dieses Projekt wurden mit knapp 51 000 Euro veranschlagt. Die tatsächlichen Ausgaben der Gemeinde seien aber „überschaubar“, so der Bürgermeister. Die Förderquote betrage 90 Prozent. Der Eigenanteil der Kommune könne auch durch den Aufbau der Schilder, des Fernrohres und der Bänke vom Bauhof erbracht werden. (Beate Funk)

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