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Vollsperrung zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel sorgt für weite Wege

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Von: Christopher Ziermann

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Warnung vor Straßenschäden (Symbolbild)
Die Landesstraße zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel wird auf einer Länge von 2,4 Kilometern saniert. Dafür ist ab 8. Juni auch eine Vollsperrung nötig, vor allem der Schwerlastverkehr muss dann lange Umwege in Kauf nehmen. (Symbolbild) © Carsten Rehder / dpa

Die Bauarbeiten an der Landesstraße zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel beginnen am Montag, 30. Mai 2022. Die Vollsperrung der Straße in den Haselgrund gilt dann ab 8. Juni.

Lispenhausen/Schwarzenhasel – Im Zuge der 3,2 Millionen Euro teuren Sanierung wird auf der 2,4 Kilometer langen Teilstrecke der Asphalt ausgetauscht. Die Arbeiten sollen laut der Straßenverkehrsbehörde „voraussichtlich Ende des Jahres“ abgeschlossen sein, teilt Jana Gutsche, Pressesprecherin von Hessen Mobil, mit.

Die offizielle von Hessen Mobil ausgewiesene Umleitung, die auch für den Schwerlastverkehr gilt, führt über Rotenburg, Hergershausen, Landefeld, Dankerode und Erkshausen. Diese Strecke ist 32,4 Kilometer lang und nimmt laut Google Maps eine Fahrtzeit von 36 Minuten in Anspruch – im Vergleich zu sonst zwei Minuten.

Um die Belastungen für die Anwohner möglichst gering zu halten, hat die Stadt Rotenburg selbst auch Umleitungen für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ausgewiesen – wir berichteten.

Unsere Grafik zeigt die Auswirkungen der Vollsperrung zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel. Mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts ist die gesamte Abbildung zu sehen.
Unsere Grafik zeigt die Auswirkungen der Vollsperrung zwischen Lispenhausen und Schwarzenhasel. Mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts ist die gesamte Abbildung zu sehen. © HNA

Von Lispenhausen in Richtung Schwarzenhasel können Autofahrer über den Plattenhof, über den Haseler Berg und bis zur Wittigstraße in Schwarzenhasel fahren. Die Strecke ist etwa 3,7 Kilometer lang und dauert zehn Minuten. Von Rotenburg in Richtung Haselgrund verläuft die Strecke vom Heienbachkreisel über das Alte Feld an der BKK vorbei und dann ebenfalls über den Haseler Berg (3,8 Kilometer, neun Minuten).

Beide Strecken sind nur in Richtung Schwarzenhasel befahrbar. Aus dem Haselgrund heraus muss ein anderer Weg genommen werden. Dieser führt von Seifertshausen aus über den Alheimer, vorbei am Hof Guttels (16,7 Kilometer, 24 Minuten). Zwischen Seifertshausen und der Alheimerhütte ist auch diese Strecke nur in diese Richtung befahrbar. Das normalerweise geltende Nachtfahrverbot über den Alheimer von 22 bis 6 Uhr wird während der Bauarbeiten aufgehoben.

Es gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Die Stadtverwaltung betont, dass diese vorübergehenden Umfahrungsmöglichkeiten nur so lange bestehen bleiben können, wie sich die Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten.

Fahrpläne für Busse werden angepasst

Der Busverkehr nutzt während der Sanierung den Rad- und Wirtschaftsweg neben der Landesstraße, der in Lispenhausen in den Gieweweg mündet. Dafür baut Hessen Mobil derzeit auf Höhe der Mühle zwei Ausweichbuchten, die nach Abschluss der Sanierung wieder zurückgebaut werden sollen.

Wegen der etwas längeren Fahrtzeit werden die Busse der Linie 301 laut NVV-Pressesprecherin Judith Féaux de Lacroix im Haselgrund einige Minuten früher abfahren, damit die Bahnanschlüsse in Rotenburg erreicht werden und die Busse pünktlich an den Schulen sind. Die Linie wird im Auftrag des Kreises von DB Regio Bus Mitte betrieben, um die Fahrpläne kümmert sich aber der Nordhessische Verkehrsverbund.

In den kommenden Tagen sollen die Daten in der Fahrplanauskunft angepasst und die Schulen informiert werden, so die Sprecherin. Außerdem müssen die großen Standardbusse durch kleinere, bis zu zehn Meter lange Midibusse ersetzt werden. Morgens und mittags werden an Schultagen jeweils zwei dieser Busse fahren.

Der Wirtschaftsweg ist nicht nur für Busse, sondern auch für Rettungsfahrzeuge freigegeben. Daher hat die Stadt Rotenburg den Radverkehr für die Zeit der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen untersagt. Vor allem der Engpass im Bereich der Mühle sei eine Gefahrenstelle, so Pressesprecherin Annika Ludwig. Ortsnahe Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht – es bleibt nur der Weg über die Ohliede oder die Franzosenstraße.

Neuer Asphalt, neues Spannungskabel, neuer Stauraumkanal

Im Mittelpunkt der Sanierung steht der Austausch der Asphaltschichten. Am Ende der Bauarbeiten wird die Straße eine Dicke von 65 Zentimetern aufweisen: 47 Zentimeter Frostschutzschicht, 14 Zentimeter Asphalttragschicht und vier Zentimeter Deckschicht. Außerdem wird die Fahrbahn von derzeit fünf auf künftig sechs Meter verbreitert.

Die Sanierung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Hessen Mobil, der Stadt und der EAM Netz. Die EAM verlegt ein 20-kV-Mittelspannungskabel, teilt Pressesprecherin Sandra Hübner auf Nachfrage mit. Es ersetzt die Freileitung in der Nähe des Haselbachs. Dort war es durch die Ansiedlung von Bibern zuletzt immer wieder zu Überflutungen gekommen. Eine Erdverkabelung steigere die Versorgungssicherheit, heißt es. Die Stadt Rotenburg saniert einen Stauraumkanal. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 750 000 Euro.

In der Fahrbahn befinden sich mehrere Durchlässe einer Amphibienschutzanlage. Die werde nun zurückgebaut, da die Öffnungen teilweise verschlossen seien. Insgesamt wird es auf der Strecke neun neue Durchlässe jeweils in einem Abstand von rund 30 Metern geben. „Diese ermöglichen, dass Amphibien nicht über die Fahrbahn wandern – ein Gewinn für den Artenschutz und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden“, sagt Hessen-Mobil-Sprecherin Jana Gutsche. (Christopher Ziermann)

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