Der Rotmilan mag es kahl

Vogelschützer haben in Waldhessen Vögel beobachtet und gezählt

Hungrig: Zwei junge Rotmilane warten darauf, dass die Eltern Nahrung bringen.

Rotenburg/Cornberg. Der Sturm Frederike hat auch Auswirkungen auf den gefährdeten Rotmilan, der sich im Bereich Franzosenstraße und insgesamt im Stölzinger Gebirge heimisch fühlt.

Auch einige Horstbäume der Rotmilane sind gefallen. Die Vogelpaare mussten sich neue suchen.

Das berichtet Arno Werner, der Sprecher des Arbeitskreises der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz im Landkreis. Er stellte jetzt einen Zwischenbericht der Rotmilankartierung im Stölzinger Gebirge vor.

Sturmopfer: Vom Schwarzen Stock aus kann man jetzt über die Windwurffläche die Kreisstraße 50 in Richtung Rockensüß/ Rittershain sehen. Rotmilane werden von solchen Kahlflächen angezogen. 

Wo einst dichter Nadelwald stand, gibt es jetzt weite offene Flächen. Wissenschaftlich belegt sei, dass solche neuen Kahlflächen den Rotmilan anzögen, weil sie ideale Jagdgebiete seien. Mäuse, Reptilien und Jungvögel sowie große Käfer würden von den hier lebenden Greifvögeln erbeutet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Nachwuchs laut Werner etwas zurückgeblieben. Es könne sein, dass der Kälteeinbruch Mitte März zu einer späteren Eiablage geführt habe. Es konnten wegen der Sturmschäden auch noch nicht alle Horste gefunden werden. Die Zahl der Brutpaare sei jedoch mit etwa 17 unverändert hoch.

Werner freut sich über sein starkes ehrenamtliches Team. Die Horstbetreuer wohnen im Kartierungsgebiet, überwachen Nistplätze und notieren den Bruterfolg der weltweit bedrohten Voegelart. In dem Zusammenhang erneuert Werner die Forderung der Vogelschützer, das Windfeld HEF 02 aus naturschutzfachlichen Gründen wieder aus dem Teilregionalplan Energie zu streichen. Nur ohne Windkraftanlagen habe der Rotmilan eine Überlebenschance im Stölzinger Gebirge. 

www.hgon.de/hgon-vor-ort

Auch interessant

Mehr zum Thema

Rotenburg (an der Fulda)Cornberg
Kommentare zu diesem Artikel