Schonfrist für alte Exemplare noch bis Ende des Jahres

Vielen Holzöfen im Landkreis droht das Aus

Das  Bild zeigt den Geschäftsführer des Landesinnungsverbands der Schornsteinfeger Hessen, Harald Stehl
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Schornsteinfegermeister Harald Stehl

Ende des Jahres läuft die Schonfrist für Holzöfen ab: Eigentümer im Kreis Hersfeld-Rotenburg sollten prüfen, ob sie ihre Öfen dann noch nutzen dürfen.

Hersfeld-Rotenburg - Nach der Bundes-Immissions-Schutzverordnung, die die Grenzwerte für Feuerstätten festlegt, dürfen Öfen, die vor dem 31. Dezember 1994 eingebaut wurden, ab 2021 nicht mehr betrieben werden. Grund dafür sind die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid, die bei den alten Öfen bei 0,15 Gramm pro Kubikmeter für Staub und bei vier Gramm für Kohlenmonoxid liegen.

Die neue Grenze liegt wesentlich niedriger, und zwar bei 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter und 1,24 Gramm bei Kohlenmonoxid. Grund für die Herabsetzung ist der Umweltaspekt: Der Feinstaubausstoß soll reduziert und nicht unnötig viele Brennstoffe vergeudet werden.

Anhand des jeweiligen Feuerstättenbescheids, den jeder Ofenbesitzer vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger bekommt, kann nachgelesen werden, ob der eigene Ofen betroffen ist. Ist das der Fall, gibt es mehrere Möglichkeiten für die Besitzer: „Der einfachste Weg ist, eine neue Feuerstätte zu installieren“, teilt Harald Stehl (63), Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfeger-Handwerks Hessen in Bebra auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Neue Öfen müssten mindestens die Feinstaubstufe zwei haben, die Kohlenmonoxidgehalt, Staubanteil und Mindestwirkungsgrad definiert.

„Eine weitere Möglichkeit ist, Feinstaubfilter auf dem Schornstein oder dem Ofenrohr zu installieren“,sagt der Schornsteinfegermeister. Die Kosten dafür liegen jedoch zwischen 1700 und 2000 Euro, was wenig Sinn ergebe, da es neue Öfen bereits ab etwa 700 Euro gibt.

Bei der nächsten Feuerstättenschau, die alle drei Jahre erfolgt, prüft der Bezirksschornsteinfeger, ob die Feuerstätte entfernt oder regelkonform angepasst wurde. Ist das nicht der Fall, droht dem Besitzer ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro. Zudem müsste die Feuerstätte sofort außer Betrieb genommen werden. Foto: Michaela Pflug

Von Lea-Sophie Mollus

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