Besengrunder Wölfe

Wolfspaar im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit Videoaufnahmen offiziell nachgewiesen

Dieses Foto von einem Wolf wurde am 22. Juli 2021 in Ludwigsau mit einer Wildkamera aufgenommen. Vermutlich ist einer der beiden Besengrunder Wölfe zu sehen, zweifelsfrei ist das bei Fotos aber nicht zu sagen.
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Dieses Foto von einem Wolf wurde am 22. Juli 2021 in Ludwigsau mit einer Wildkamera aufgenommen. Vermutlich ist einer der beiden Besengrunder Wölfe zu sehen, zweifelsfrei ist das bei Fotos aber nicht zu sagen.

Ein Video aus Ludwigsau zeigt, wie zwei Tiere unmittelbar nacheinander dort mit Urin ihr Revier markieren.

Ludwigsau/Alheim – Nun ist es offiziell: Im Kreis Hersfeld-Rotenburg lebt ein Wolfspaar. Ein Video aus Ludwigsau zeigt, wie zwei Tiere unmittelbar nacheinander dort mit Urin ihr Revier markieren. Das gilt nach den bundesweit einheitlichen Standards für das Wolfsmonitoring als Nachweis für eine Paarbildung, heißt es in einer Mitteilung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie.

Belastbare Hinweise darauf, dass im Besengrund in Ludwigsau und im Umkreis ein Wolfspaar lebt, gibt es schon seit mehreren Monaten. Das genügte aber bislang nicht den bundesweiten Kriterien für eine Paarbildung. Das hat sich erst durch das Video geändert. Ob es die beiden Tiere sind, die unsere Zeitung als Besengrunder Wölfe bezeichnet, ist laut Hessischem Wolfszentrum nicht geklärt. Fotos und Videos lassen im Gegensatz zu DNA-Belegen keinen sicheren Rückschluss auf ein bestimtmes Tier zu.

Die Territorien der Stölzinger Wölfin und der Besengrunder Wölfe liegen dicht beieinander.

Jedem Wolf wird ein Kürzel zugeordnet. Das weibliche Tier mit dem Kürzel GW1142f wurde erstmals im März 2019 an zwei toten Schafen in Alheim-Licherode nachgewiesen. Die hessischen Landesbehörden gingen damals noch von „Einzeltieren auf der Durchreise“ aus. Erst im Januar 2021 gab es einen erneuten Nachweis in Ludwigsau. Zwei genetische Belege im Abstand von mindestens sechs Monaten bedeuten laut den bundesweiten Standards, dass ein Wolf sesshaft ist.

An toten Nutztieren nachgewiesen wurde die Wölfin dann noch einmal: im April an Schafen bei Bad Hersfeld. Der Zaun war in einem sehr schlechten Zustand. Der männliche Wolf GW1939m wurde zwischen Dezember und März dreimal genetisch nachgewiesen – weil der Zeitraum weniger als sechs Monate beträgt, gilt der Rüde noch nicht als sesshaft. An toten Nutztieren wurde seine DNA noch nicht belegt.

An einem Kalb wurden im April in Ludwigsau zwei Wölfe nachgewiesen. Die Probe reichte aber nicht für eine Indiviualisierung aus. Noch untersucht wird ein am Dienstag tot aufgefundenes Kalb.

Obwohl es keinen sicheren Beleg dafür gibt, dass es sich bei dem Paar auf dem Video um die beiden Tiere handelt, ist das äußerst wahrscheinlich. Wölfe dulden in ihrem Territorium keine Artgenossen – es sei denn, sie kommen für eine Verpaarung infrage, heißt es zum Beispiel bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). (Christopher Ziermann)

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