Polizei will Kinder erneut befragen

Große Hilfsbereitschaft in Niederaula: So lief die Suche nach den vermissten Mädchen

Niederaula. Die stundenlange Suche nach drei vermissten Mädchen hielt Niederaula am Montag in Atem. Um zu klären, wie die Kinder verschwanden, will die Polizei sie erneut befragen.

Aktualisiert um 9.25 Uhr - Überall in dem Waldstück, in dem am Vormittag drei kleine Mädchen verschwunden waren, und auf den angrenzenden Feldern sah man Menschen, alleine oder in Gruppen, viele mit Hunden, die nach Benita, Marlen und Amelie suchten – auf eigene Faust, einfach weil sie helfen wollten und es sie nicht zu Hause hielt bei der Vorstellung, dass da drei Kindergartenkinder allein im Wald unterwegs sind und vielleicht große Angst haben.

Parallel dazu lief die offizielle Suche, die in der Polizeidirektion vom Ersten Polizeihauptkommissar Peter Heil koordiniert wurde und vor Ort von Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar und Jochen Schmidt von der Polizei. Sie teilten das Waldgebiet, in dem die Mädchen verschwunden waren, in Suchbereiche ein und wiesen den jeweiligen Bereichen Suchtrupps zu, die oft auch von "Zivilisten", also Niederaulaern, die weder der Feuerwehr noch dem DRK angehören, unterstützt wurden.

Einsatzleitung für die Suchaktion: Am Friedhof in Niederaula liefen am Montag alle Informationen zusammen. Sogar die Bundeswehr von der Patenkompanie Schwarzenborn war zur Unterstützung gekommen, gerade als die Nachricht eintraf, dass die drei Mädchen gefunden worden waren.  

In dem großen Einsatzleitwagen der Feuerwehr gab es, so erklärte Niederaulas Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk, detailgetreues Kartenmaterial, das dann auch ausgedruckt und den jeweiligen Suchtrupps ausgehändigt wurde.

Dabei konnten die Helfer nur hoffen, dass die Kinder nicht einfach quer durch den Wald gelaufen waren, sondern auf den Wegen blieben, denn rechts und links hatten Sturm Friederike und nachfolgende Stürme deutliche Spuren hinterlassen.

Auch die Eltern der drei Mädchen haben sich an der Suche beteiligt. Deshalb dauerte es auch ein Weilchen, bis nach der Nachricht, ein Förster habe drei kleine Mädchen bei Beiershausen entdeckt, die Bestätigung kam, dass es sich bei den Mädchen tatsächlich um die gesuchten Kinder handelte.

Dennoch war die Entspannung an der Einsatzzentrale und bei all den rundum wartenden Menschen sofort greifbar. Das DRK baute sein Versorgungszelt wieder ab und dann nach einigen Minuten kamen aus allen Richtungen Fahrzeuge von Feuerwehr, DRK und Polizei mit all den Helfern bei der Suche. Wie groß die Erleichterung der Eltern und der Erzieherinnen gewesen sein muss, kann man sich denken.

Nach dem glücklichen Ende der groß angelegten Suche will die Polizei die Kinder noch einmal abschließend befragen. Es gehe darum, Klarheit zu bekommen, ob sie sich einfach nur verlaufen hätten, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Ausgeschlossen werden müsse, ob nicht jemand die Vierjährigen beispielsweise von ihrer Gruppe weggelockt hat.

(mit dpa)

Diese Strecke legten die Mädchen etwa zurück:

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Zacharias

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