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Uznamen: Die Philippsthaler werden auch „Landgrafen“ genannt

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Idyllisch: In strahlendem Sonnenschein erscheinen das Schloss Philippsthal und der Schlosspark dieser Tage. Bedeutsam ist das Schloss für Orts- und Uznamen.
Idyllisch: In strahlendem Sonnenschein erscheinen das Schloss Philippsthal und der Schlosspark dieser Tage. Bedeutsam ist das Schloss für Orts- und Uznamen. © Jan-Christoph Eisenberg

Fast jeder Ort hat ihn: einen Uznamen. Meist vergeben von benachbarten Dörfern, sind die Spitznamen voller Spott, Neid oder gar Überheblichkeit.

Philippsthal – Sowohl den Orts- als auch den Uznamen Philippsthals und seiner Bewohner prägt das Schloss Philippsthal. Denn während sich der Name des Schlosses selbst bis Ende des 18. Jahrhunderts eingebürgert hatte, gaben die umliegenden Orte den Philippsthalern den Uznamen „Landgrafen“.

Dieser bezieht sich darauf, dass das Schloss in 1685 von einem Bruder des damaligen Landgrafen Karl erbaut wurde. Dieser Bruder, Prinz Philipp von Hessen, benannte das Schloss „Philippsthal“. Der Name löste nach und nach den vorherigen Ortsnamen „Kreuzberg“ ab.

Der ursprüngliche Name stammt einem Rittergeschlecht ab

Laut der Internetseite der Gemeinde Philippsthal setzte sich der heutige Name gegen Ende des 18. Jahrhunderts endgültig durch. Dass auch der vorherige Ortsname seinen Ursprung in einem Personennamen hat, weiß Arno Reder, 1. Vorsitzender vom Verkehrs- und Verschönerungsvereien Philippsthal. Laut der Marktgemeinde kommt der Name vom Rittergeschlecht „Cruzeberg“. Das heutige Philippsthal war einst ein Edelsitz dieses Rittergeschlechts, wurde 1191 erstmals urkundlich unter früherem Namen erwähnt.

Angelehnt an das Rittergeschlecht hatte sich auch ein in dem Jahr gegründetes Kloster den Namen „Creuzberg“ gegeben. An der Stelle des 1568 von den Nonnen verlassenen Klosters, dessen Klosterkirche noch erhalten ist, steht heute das Schloss.

Die Philippsthaler selbst sind stolz auf ihren Namen

Reder erklärt, dass das Schloss-Areal nach wie vor Zentrum Philippsthals sei. Während er erzählt, dass die Philippsthaler auch stolz auf den Namen seien, der sich gut anhöre, sagt Christian Schäfer von der Marktgemeinde Philippsthal, dass der Name von den anderen Orten teilweise auch abfällig verwendet werde.

Beide wissen, dass es in Philippsthal das Schloss selbst ist, das nach wie vor an den Ursprung dieses Uznamens erinnert. Gleichzeitig bezeugt es die Herkunft des eigenen Ortsnamens. (Eden Sophie Rimbach)

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