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Uznamen: Die Heimboldshäuser waren einst auf Vogeljagd

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Von: Laura Hellwig

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Hier wohnen die Kraniche: Die Heimboldshäuser wurden nach dem Vogel benannt, der am Werra-Ufer Rast macht und früher bejagt wurde.
Hier wohnen die Kraniche: Die Heimboldshäuser wurden nach dem Vogel benannt, der am Werra-Ufer Rast macht und früher bejagt wurde. © jan-Christoph eisenberg

Fast jeder Ort hat ihn: einen Uznamen. Meist vergeben von benachbarten Dörfern, sind die Spitznamen voller Spott, Neid oder gar Überheblichkeit.

Heimboldshausen – Wie sind diese Spitznamen einst entstanden? Nachkriegszeiten sind schlimme Zeiten. Armut und Hunger gehörten vor vielen Jahrzehnten auch zum Alltag vieler Heimboldshäuser. Ob es der Erste oder Zweite Weltkrieg war, zu dessen Zeit der Uzname des Dorfes entstand, weiß Maik Nennstiel, Vorsitzender des Heimat und Verschönerungsvereins, nicht genau.

Was er aber weiß – nach dem Krieg, als einige Lebensmittel knapp waren, haben sich die Heimboldshäuser an dem bedient, was vor ihrer Haustür zur Verfügung stand. Und das waren zu einer bestimmten Zeit im Jahr die Kraniche. Und dieses Tier ist der Namensgeber für den Uznamen von Heimboldshausen.

Die Kraniche waren das gefundene Fressen für die Dorfbewohner

Die Kraniche haben auf ihren Reisen immer Rast im Werratal gemacht, so Nennstiel. Während sie da in den Wiesen verweilten, waren sie das gefundene Fressen für die Dorfbewohner, das perfekte Jagdobjekt. Man erlegte also die Tiere und bereitete sie zu Mahlzeiten.

Weil die Dorfbewohner wohl recht treffsicher waren und das Kranich-Schießen sich in Heimboldshausen etabliert hatte, tragen das Dorf und seine Einwohner bis heute den Uznamen „Kraniche“.

Die Kraniche landen auch heute noch am Ufer der Werra bei Heimboldshausen, geschossen wird aber nicht mehr. Auch der Uzname, so Maik Nennstiel, ist in Heimboldshausen nicht allzu geläufig. (Laura Hellwig)

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