Neuer Schulentwicklungsplan

Ulfetalschule in Weiterode soll mit Kindern aus Bebra notwendige Klassenstärken erreichen

Großes Interesse: Zur Info-Veranstaltung in die Weiteröder Schulturnhalle waren viele gekommen. Deutlich wurde auch der Wunsch von Eltern aus Iba und solchen, die am Wasserturm wohnen, die Kinder nach Weiterode zu schicken. Diese würden aber dann an der Bebraer Grundschule fehlen. Die Ibaer Kinder sichern zudem die notwendigen Klassenstärken in Ronshausen.

Bebra. Um die Zukunft der Grundschulen in Bebra und Weiterode ging es am Mittwochabend in der Sporthalle der Ulfetalschule.

Der Plan

Künftig sollen die Kinder aus der Eisenacher Straße nicht mehr die Brüder-Grimm-Grundschule an der Luisenstraße in Bebra besuchen, sondern nach Weiterode an die Ulfetalschule gehen, die für viele Kinder sogar näher liegt. Mit dieser Regelung würde die einzügige Grundschule in Weiterode gestärkt, die Bebraer sollte entlastet werden – so die Überlegung der Schulkommission beim Kreis. „Wir wollen die kleinen Schulen stärken“, sagte Anja Csenar, Leiterin des Fachbereichs Schulen und Gebäude beim Kreis.

Auf dem Podium

Erstmals würden die Pläne mit den Bürgern diskutiert, bevor der Kreistag darüber entscheide, hatte Karsten Backhaus vom Kreisausschuss eingangs erklärt. Er ist selbst in der Schulkommission und vertrat den erkrankten Landrat. Das Interesse war so groß, dass noch zusätzliche Stühle gestellt werden mussten. Auf dem Podium stand den Eltern, Lehrkräften, Bürgern und Politikern sowie Vertretern der Stadt Bebra außer Backhaus und Csenar auch Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts in Bebra, Rede und Antwort.

Entscheidungsgrundlage

Im Einzugsbereich der Ulfetalschule werden ohne die Kinder aus der Eisenacher Straße im nächsten Jahr nur acht Kinder eingeschult, im Jahr darauf 25, dann 16, zehn und 13. Zur Bildung einer Schulklasse sind aber mindestens 13 Kinder erforderlich, ab dem 26. Kind muss eine Klasse geteilt werden, und es gibt eine höhere Stundenzuweisung. In Bebra befürchtet Schulleiterin Annemarie Warneck, dass bei sinkender Schülerzahl weniger Klassen gebildet werden können, die dann aber größer sind als jetzt.

Flüchtlingskinder

Berücksichtigt ist bei der Planung nur die Zahl der Geburten, nicht die Zahl der Flüchtlingskinder, die an der Bebraer Grundschule in zwei Intensivklassen separat unterrichtet werden. Diese stoßen aber für drei (1./2. Klasse) beziehungsweise sieben Wochenstunden (3./4. Klasse) zu den Kindern der regulären Klassen dazu und verstärken später auch dauerhaft die Klassen. 

Die Umverteilung der Grundschulkinder mit dem Ziel, die notwendigen Klassenstärken in der kleinen Ulfetalschule zu erreichen, haben an der Bebraer Schule Folgen: Schulleiterin Annemarie Warneck wies darauf hin, dass die Probleme der Schule mit über 50 Prozent Jungen und Mädchen nichtdeutscher Herkunft durch Vergrößerung der Klassen verschärft würden. Dazu komme die hohe Zahl durch Überlastung erkrankter Lehrkräfte, viele Ausfälle durch Schwangerschaften und fehlende Vertretungskräfte. 

Die Schule sei am Limit, sagte Warneck. Anita Hofmann vom Staatlichen Schulamt räumte ein, es fehle schlicht an Vertretungskräften. Sie wies auch darauf hin, dass die Schule aufgrund ihrer Struktur mehr Stunden bekomme als andere, aber: „Die Belastung steht außer Frage“, sagte Hofmann. Das Mehr an zugewiesenen Stunden brauche man für Vertretungsunterricht, entgegnete Warneck. Immer wieder müssten auch Klassen wegen Krankheit der Lehrkräfte aufgeteilt werden mit der Folge, dass schon mal 30 Kinder in einer Klasse unterrichtet werden müssten. 

Warneck schlägt vor, die Flüchtlingskinder flexibel nur in den Jahren in Weiterode einzuschulen, wenn dort die Zahl für eine Klassenbildung nicht ausreiche. Birgit Köberich, selbst Grundschulleiterin in Rotenburg und im Staatlichen Schulamt in Bebra tätig, betonte, es gehe bei der Schulentwicklungsplanung darum, alle Schulstandorte dauerhaft zu erhalten. Ebenfalls in der Schulkommission ist Thomas Gerlach (Weiterode), der sich für die Stärkung der kleinen Schulen aussprach. „Wir wollen keinen Kannibalismus“, so Gerlach auf die Stimmen von Eltern aus Iba, die ihre Kinder statt nach Ronshausen lieber nach Weiterode schicken würden. 

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