Jetzt werden die Lehrer unterrichtet

UBZ Licherode setzt sich auch in der Corona-Zeit für nachhaltige Bildung ein

Klimaerwärmung anschaulich erklärt: Das Umweltbildungszentrum Licherode betreut zahlreiche Schulen im Landkreis in Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Angebot wird auch in der Corona-Zeit ausgebaut. Unser Bild zeigt Pädagogin Lena Heilmann und UBZ-Geschäftsführer Stefan Ross.
+
Klimaerwärmung anschaulich erklärt: Das Umweltbildungszentrum Licherode betreut zahlreiche Schulen im Landkreis in Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Angebot wird auch in der Corona-Zeit ausgebaut. Unser Bild zeigt Pädagogin Lena Heilmann und UBZ-Geschäftsführer Stefan Ross.

Auch in Zeiten von Corona arbeitet das Umweltbildungszentrum Licherode weiter an seinen Programmen für Schulen.

Licherode – Das Kerngeschäft des Umweltbildungszentrums Licherode, das Beherbergen von Schülergruppen mit Bildung für nachhaltige Entwicklung, liegt wegen der Corona-Pandemie schon seit Monaten auf Eis. Trotzdem baut das UBZ sein Angebot für Schulen auch derzeit weiter aus. Das Team um Geschäftsführer Stefan Ross und Umweltpädagogin Lena Heilmann ist zum Beispiel beim „Schuljahr der Nachhaltigkeit 3.0“ dabei.

Schon seit vielen Jahren laden die Umweltspezialisten nicht nur Schülergruppen nach Licherode ein, sondern kommen auch selbst in die Schulen in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder. „Bislang gab es beim Schuljahr der Nachhaltigkeit eher Unterrichtsangebote. Dabei standen die Schüler im Fokus. Jetzt bieten wir gezielt Fortbildungen für Lehrer an, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Nachhaltigkeit im gesamten Schulalltag eine Rolle spielt“, erklärt Lena Heilmann. Es gehe zum Beispiel nicht nur um nachhaltige Energien, sondern auch um Ernährung, die Gestaltung des Schulgeländes etwa mit Obstgärten und auch den Blick auf die Gemeinde. „Schulen sollen Gestalter ihres Umfelds werden. Da kann es zum Beispiel um die Radwege gehen, auf denen die Kinder unterwegs sind.“

Der Nachwuchs sei schon in der Grundschule äußerst interessiert an Nachhaltigkeit. Das erreiche man vor allem dadurch, dass man Anknüpfungspunkte im Alltag findet. „Wo mache ich Urlaub, was mache ich in meinem Vorgarten und welchen Fisch kaufe ich?“ An der Nentershäuser Tannenbergschule interessierten sich die Kinder so sehr für fairen Handel, dass das Thema kurzerhand ausführlich in den Unterricht aufgenommen wurde, obwohl es nicht im Lehrplan steht.

Das UBZ legt den Fokus darauf, dass die Kinder lernen, wie sich auch ihr Handeln auf die Umwelt auswirkt. Was haben sie zum Beispiel mit einem Container-Schiff zu tun? Viel, wenn sie Lebensmittel essen, die von weit her kommen. Der Nachwuchs kann das CO2-Gewicht seines Frühstücks ermitteln und schaut mit dem Zollstock auf der Weltkarte, wo das herkommt, was auf dem Teller landet.

Das UBZ Licherode ist bei zahlreichen Projekten Hessens zur Bildung für Nachhaltigkeit schon lange dabei – mit den beteiligten Schulen. Da gehört die Natur-AG der Rotenburg Jakob-Grimm-Schule dazu, die zum Beispiel Vogelvorkommen in der Fuldaaue oder im Rhäden kartiert, die Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld mit ihrem großen Schulgarten und die Beruflichen Schulen Bebra, die eine große Ausstellung zu erneuerbaren Energien erarbeitet hat. Dort werden zum Beispiel Solarzellen präsentiert.

Bis zu Beginn des Lockdowns konnte Umweltpädagogin Heilmann noch für Projekte in die Klassenräume kommen, mit FFP2-Maske und Dauerlüften. Derzeit konzentriert sie sich darauf, die Grundschulen über das Schuljahr der Nachhaltigkeit 3.0 zu informieren und will demnächst Lehrerfortbildungen anbieten – zur Not auch per Fernunterricht, im Video. Christopher Ziermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare