Weitere Ermittlungen

Totschlags-Prozess von Lispenhausen: Alibi entlastet den angeblichen Liebhaber

Fulda. Im Totschlags-Prozess von Lispenhausen vor dem Fuldaer Schwurgericht ist der angebliche Liebhaber der getöteten 33-Jährigen entlastet worden.

Der 40 Jahre alte Lokführer aus Müllheim hatte im fraglichen Zeitraum des 17. Oktober 2017 seine Eltern in Thüringen besucht.

Angeklagt ist in dem Verfahren der 36-jährige Ehemann des Opfers, der die Vorwürfe von Staatsanwalt Andreas Hellmich jedoch abstreitet.

Der früher einmal in Kirchheim beheimatete Lokführer hatte sich anlässlich des Lullusfestes in Bad Hersfeld aufgehalten und hatte die Lispenhäuserin am Vorabend des Tattages in einer Gaststätte kennengelernt. Nach kurzem Small Talk tauschten beide die Handynummern aus, gingen getrennter Wege nach Hause, chatteten die halbe Nacht und verabredeten sich am Vormittag lose für den Dienstag Abend.

Als der Müllheimer von seinen Besuchen in Erfurt und Rudolstadt gegen 22.30 Uhr zurückkehrte, versuchte er jedoch vergeblich, seine Zufallsbekannte per WhatsApp zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt war die Frau schon nicht mehr am Leben, getötet am früheren Abend, während der Lokführer nachweislich mit seinem Vater in einem Restaurant saß. Durch die Handy-Botschaften war der Zeuge jedoch vor-übergehend in Verdacht geraten.

Dennoch tauchen in diesem Prozess immer neue ungeklärte Punkte auf: So hat ein Spürhund ausgerechnet am Tatort im Wohnzimmer keine Witterung des Angeklagten aufgenommen. Auch hat ein Nachbar kurz nach Ausbruch des Feuers in der Wohnung der Getöteten auf der Straße eine Person mit Kapuzenshirt registriert, die sich entfernte, ohne sich um Qualm oder Alarm zu kümmern.

Mehrere Beweisanträge der Verteidigung und weitere Ermittlungsaufträge des Gerichts zu DNA-Spuren sollen nun Licht ins Dunkel bringen.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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