Gerichtsurteil

Nach tödlichem Unfall: Berauschter Fahrer muss für zweieinhalb Jahre hinter Gitter

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Trümmerfeld: So sah die Unfallstelle am Morgen des 3. Februar aus. 

Im Prozess gegen einen 30-Jährigen, der einen tödlichen Unfall verursacht hat, ist das Urteil gefallen.

Bad Hersfeld – Fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung, falsche Verdächtigung sowie Widerstand und tätlicher Angriff gegen Polizeibeamte: Für all das verurteilte Strafrichter Elmar Schnelle am Amtsgericht Bad Hersfeld einen 30 Jahre alten Versicherungskaufmann aus Euskirchen, der im berauschten Zustand am 3. Februar 2018 in Rotenburg einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hatte.

Schnelle folgte damit nach viertägiger Prozessdauer dem Strafantrag von Staatsanwältin Dr. Christine Seban. Zusätzlich wurde dem Todesfahrer der Führerschein für die Dauer von zwei Jahren entzogen. Das Urteil stand im Gegensatz zur Sichtweise der Verteidigung, für die Prof. Dr. Ulrich Sommer (Köln) wegen Zweifeln an der Täterschaft Freispruch forderte.

Tatsächlich hatte der Angeklagte seinen 24-jährigen, bei dem Unfall schwer verletzten Beifahrer beschuldigt, am Steuer gesessen zu haben. Vom Gurt verursachte Prellmarken auf dessen Oberkörper und die DNA-Untersuchung der Airbags überzeugten das Gericht jedoch von der Richtigkeit der Anklage.

Bei dem Unfall in der 30 km/h-Zone der Straße „Am alten Feld“ war eine 49-jährige Frau tödlich verletzt worden. Ihr versuchte der Kölner Anwalt per Hilfsbeweisantrag wegen eingenommener Medikamente Fahruntüchtigkeit zu unterstellen.

Hierfür sah Richter Elmar Schnelle jedoch keine Anhaltspunkte. Dafür hatte er im Gegenzug keine Zweifel, dass der mit annähernd zwei Promille alkoholisierte Angeklagte in der Kurve mit mehr als der doppelten zulässigen Geschwindigkeit unterwegs war und deshalb auf der Gegenfahrbahn mit dem Pkw der Rotenburgerin kollidierte.

Anschließend widersetzte sich der 30-Jährige der Polizei, als ihm eine Blutprobe entnommen werden sollte. Er beschimpfte die Beamten und versuchte, einen von ihnen in den Arm zu beißen.

Es ist davon auszugehen, dass gegen das Urteil Rechtsmittel der Berufung oder Revision eingelegt werden. 

Update am 5.11.2019: Nachdem der Euskirchener in Berufung gegangen ist, wird der Fall nun in Fulda wie ein ganz neuer Prozess verhandelt wird.

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