Liebevolle Betreuung

Tiernothilfe Rotenburg kämpft mit hohen Kosten

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Schäferhunddame Marley (5) genießt jetzt ein tolles Leben bei Familie Frobel: Unser Foto zeigt den Mischlingshund mit – von links – Erika Frobel (1. Vorsitzende) und Gerta Uhlmann (Pressewartin). 

Rotenburg. Die Tiernothilfe Rotenburg vermittelt etwa 50 Katzen pro Jahr. Von der Rettung, über die Aufnahme, bis hin zur Vermittlung ist das alles mit enormen Kosten verbunden. 

Mit trüben Augen schauen die Kätzchen in Richtung Kamera. Ihr Fell sieht verwahrlost aus, ihre kleinen Körper sind ausgemergelt und das Elend ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Ein furchtbares Bild, Tiere so zu sehen. Für Erika Frobel allerdings ein beinahe schon alltäglicher Anblick. Denn die Zustände im ländlichen Bereich sind katastrophal: „Wir wurden in diesem Jahr schon zu Bauernhöfen gerufen, auf denen wir zum Teil 30 bis 40 Katzen in schrecklichem Zustand, und teilweise erblindet, antrafen“, erklärt die erste Vorsitzende der Tiernothilfe Rotenburg die Situation.

Dass es soweit kommt, liegt vor allem an fehlender Kastration. Dadurch entsteht eine wilde Population der Tiere, bei denen später nicht mehr auszumachen ist, wer der Besitzer der Katze ist. Viele der eigentlichen Besitzer nehmen sich dadurch dann auch aus der Verantwortung. Denn Kastrationen kosten Geld, und dieses Geld ist ihnen das Tier nicht wert.

Als Nutztier behandelt

Zudem handelt es sich dabei nicht um die geliebte Hauskatze, die zur Familie gehört, sondern wird eher als eine Art Nutztier behandelt. „Auf Bauernhöfen werden sie dann zum Mäusefangen eingesetzt und müssen bei Wind und Wetter draußen bleiben“, erklärt Erika Frobel weiter.

Auch diese beiden Kätzchen wurden von der Tiernothilfe Rotenburg gerettet.

Durch die starken Witterungsverhältnisse, Revierkämpfe und Parasiten erkranken die Katzen und verenden letztlich elendig.

Katzenbesitzer sollten sich also in jedem Fall aufgerufen fühlen, es zum Wohle des Tieres zu kastrieren und ein Verständnis entwickeln, was für weitreichende Folgen eine fehlende Kastration haben kann. Das Problem bei der Wurzel packen würde ein Kastrationsgesetz. Nicht, weil dann mehr Besitzer ihre Tiere kastrieren lassen würden, sondern weil Ämter und Organisationen mehr Möglichkeiten hätten einzugreifen.

Pflegestellen schnell voll

Für die Tiernothilfe Rotenburg hat sich die Situation zu einem Fass ohne Boden entwickelt. Immer öfter treffen sie auf Katzen in schrecklichem Zustand. Dem Verein stehen fünf Pflegestellen zur Verfügung, die jeweils drei bis fünf Katzen aufnehmen können. Die Pflegestellen sind also schnell ausgereizt.

Insgesamt vermittelt die Tiernothilfe 50 Katzen im Jahr. Von der Rettung, über die Aufnahme, bis hin zur Vermittlung ist das alles mit enormen Kosten verbunden. Als gutes Beispiel dient dabei ein Bauernhof in Stärklos (Haunetal), auf dem 40 verwahrloste Katzen angetroffen wurden. Davon wurden sieben aufgenommen, tierärztlich versorgt und gepflegt. Kostenpunkt: 1500 Euro. Aus diesem Grund ist die Tiernothilfe Rotenburg auch auf Spenden angewiesen. Damit den Katzen auch zukünftig eine Erstversorgung und eine Behandlung ermöglicht werden können. Denn die kleinen Gefährten haben viel Liebe zu geben, wie ihre neuen Besitzer bestätigen.

Weitere Informationen im Internet unter: www.tiernothilfe-rotenburg.de 

Quelle: HNA

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