Vom Leben auf der Straße

Theater-AG der Jakob-Grimm-Schule Rotenburg präsentierte Stück von Morton Rhue

Bei Regen und Kälte: Von links O.G. (Janis Rohrbach), Rainbow (Paulina Poviliunaite), Maybe (in der ersten Hälfte Jana Reinsdorf) und Jewel (Samuel Zerai) auf der Straße. Fotos:  Laura Böhnke

Rotenburg. Vom Leben auf der Straße, dem Kampf mit Hunger, Kälte und Gewalt und von Hoffnungen und Enttäuschungen. Davon erzählten die Schüler und Schülerinnen der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg in ihrer Aufführung des Stücks „Asphalt Tribe“ von Morton Rhue alias Todd Strasser.

Das Stück handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die auf den Straßen von New York City leben. Sie nennen sich Maybe, 2Moro, Maggot, O.G., Rainbow und Tears. Zusammen bilden sie den „Asphalt Tribe“, aber jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte, die zum Leben auf der Straße führte.

Im Mittelpunkt der Gruppe steht Maybe, gespielt von Jana Reinsdorf und Hannah Bick, die letztendlich allein zurückbleibt und den vielfältigen Gefahren der Straße widersteht. Dazu gehören Bettelei, kleinere Diebstähle, Drogenhandel und Prostitution, aber auch Menschen, die die Situation der Jugendlichen ausnutzen und verschlimmern. Während letztendlich nur für drei der sieben Hoffnung auf ein besseres Leben bleibt, schafft es der Rest der Gruppe nicht, den Gefahren der Straße zu trotzen. „Du allein hast noch einmal eine Chance bekommen. Man könnte fast meinen, jemand beschützt dich, Maybe“, bekommt sie gesagt. Wie ihre Geschichte ausgeht, erfährt man aber nicht.

10 000 Jugendliche in Deutschland auf der Straße

Schätzungsweise bis zu 10 000 Jugendliche in Deutschland haben ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße. Viele fliehen vor Gewalt, Missbrauch, Demütigung und zerbrochenen Familienverhältnissen. So auch Jugendlichen des Stücks: „Hier draußen in der Kälte waren wir frei. Wir konnten überall hingehen, ganz egal wohin wir wollten“, erklärt Maybe zu Beginn des Stücks. Ein solches Leben birgt Gefahren, aber es gibt auch Menschen, die den Jugendlichen helfen wollen. „Ich rede nicht davon, dass du nach Hause zurückkehren sollst, ich rede davon, dass du in die Gesellschaft zurückkehren sollst“, appelliert ein Detective an Maybe, der das Jugendprogramm der Polizei leitet.

Blick in eine ungewisse Zukunft: Maybe (hier Hannah Bick) im verlassenen Haus.

„Du wirst vergessen, wie man sich als Mensch benimmt. Und dann gibt es nur noch drei Orte für dich: Das Gefängnis, die Straße und das Grab.“ Das Stück wurde von der Theater-AG der Schule erarbeitet, als Vorlage diente das Buch von Todd Strasser. Die Jugendlichen haben viel Zeit und Energie in das Stück investiert – mit beeindruckendem Ergebnis.

Es spielten  Hannah Bick, Anastasia Eck, Cosima Eisel, Noemi Eisel, Natasha Fulchignoni, Elena Krah, Annika Larson, Paulina Poviliunaite, Jana Reinsdorf, Janis Rohrbach, Ahmad Saloum, Satie Saloum, Victoria Uhrig, Anna Wacker, Lisa Wehy und Samuel Zerai.

Spielleitung Christoph Meyer, Luisa Kusber, Claudia Pfeifer-Meyer.

Weitere Aufführung am Mittwoch, 30. Mai, JGS Aula

Quelle: HNA

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