Zum 23. Mal Markt

Tannenburg in Nentershausen wieder Mekka der Mittelalterfans

Die Merowinger: Holger Hofmann, Margit Hofmann, Ralf Metzner, Susanne Michels (von links) genießen das Mittelalterlager am Fuße der Tannenburg. Ihre Kleider sind handgefärbt und -gefertigt. Fotos: Schäfer-Marg

Nentershausen. Es ist das Leben in und mit der Natur, das Holger und Margit Hofmann, Ralf Metzner und Susanne Michels dazu bringt, sich an Mittelaltermärkten zu beteiligen. Am Sonntag lagerten die vier gemeinsam mit vielen anderen Fans der Epoche am Fuße der Tannenburg in Nentershausen. 

Was den Markt an der Tannenburg auszeichnet, ist, dass die Lagerbewohner sich sehr ernsthaft mit dem zu Unrecht als finster beschriebenen Mittelalter befassen, meint der junge Mann, der sich als „Bligger von Steinach“ vorstellt. Jeder wisse, aus welcher Epoche er stamme und was sie auszeichne.

Margit Hofmann und ihre Freunde haben sich der Merowingerzeit, also dem 6. Jahrhundert, zugewandt. Ihre Kleidung haben sie stilecht gefärbt und genäht mit allem, was die damalige Zeit hergegeben hätte. Ralf Metzner, von Haus aus Wissenschaftler, genauer Biologe, schätzt das Praktische und Handfeste, das mit dem Leben unter Leinenzelten und eingeschränkten Hilfsmittel verbunden ist. Er hat sich selbst beigebracht, schlichte Möbel aus Holz zu fertigen.

Digital ist weit weg

Das digitale Leben ist weit weg, man geht ins Bett, wenn es dunkelt und steht auf, wenn es hell wird. Hätten sie lieber vor 1000 Jahren gelebt? Kein Gedanke: Dass es Antibiotika gibt, dass sie nicht schon mit 27 sieben Kinder haben müssen, von denen vier an irgendwelchen Krankheiten gestorben sind, dass noch alle Zähne da sind und eine warme Dusche möglich ist nach einem Mittelalterwochenende – das finden alle super. Das Lager ist eben nur eine Auszeit vom Alltag.

Sie kommen direkt vom letzten Kreuzzug: von links Bligger von Steinach, Bruder Hilarius und Patrick, der noch keinen mittelalterlichen Namen hat.

Hunderte von Besuchern wandeln durch das Zeltlager und über den Burghof und treffen dort auf sehr auskunfstfreudige Händler oder einfache Mittelalterfans. Die Lagerbewohner kennen sich meist untereinander. Die Atmosphäre unter dem blauen Herbsthimmel inmitten der bunt gefärbten Bäume ist heiter-gelassen. Anstrengend ist nur der Weg in die Vergangenheit, denn er führt über Autoschlangen auf Parkplatzsuche. Die Freiwillige Feuerwehr von Nentershausen dirigiert die Fahrer auf freie Wiesenflächen und zum Shuttleservice.

Zur Stärkung der Besucher gibt es stilechtes Essen und Getränke, die der Veranstalter, der Förderverein Lebendige Burg, organisiert hatten.

Eine Fotostrecke zum mittelalterlichen Treiben finden Sie hier.

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