Rückkehr an die Fulda

Europäische Sumpfschildkröte findet passende Lebensbedingungen in Blankenheim

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Die Europäische Sumpfschildkröte: Nach der Breitecke bei Schlitz ist die Alte Fulda bei Blankenheim der zweite Standort an der Fulda, an dem diese Hessenart wieder angesiedelt wird.

Bebra. Die Sumpfschildkröte kehrt zurück: Elf nachgezüchtete Tiere wurden kürzlich im Naturschutzgebiet Alte Fulda bei Blankenheim in die Freiheit entlassen. Mit dabei waren auch Vertreter der Behörden und Ehrenamtliche des Naturschutzes vor Ort. Es sei geplant, insgesamt 50 weitere Tiere auszuwildern, erklärte John Barz von der Oberen Naturschutzbehörde.

Die Sumpfschildkröte sei der typische Auenbewohner und war früher weit verbreitet, zuletzt aber fast ausgerottet gewesen.

Die Alte Fulda ist damit – nach dem bereits lange bestehenden Standort „Breitecke“ in der Nähe von Schlitz – der zweite Standort an der Fulda. „Das Gebiet wurde mustergültig renaturiert und bietet alle Erfordernisse, die für Sumpfschildkröten wichtig sind“, erklärt Sibylle Winkel vom Artenschutzprojekt Sumpfschildkröte. Die Tiere fänden bei Blankenheim passenden Lebensraum zur Eiablage, Verstecke und vielfältige Nahrung.

Auch das Hessenfernsehen berichtete über die Auswilderung, da dem Projekt ein Zusatzgewinn der Umweltlotterie GENAU zugesprochen worden war. „Diese Unterstützung – ausgewählt durch die Lotteriegewinner – kann unser ehrenamtliches Projekt gut gebrauchen“, betont die Biologin Winkel. Darin komme auch Wertschätzung für das Projekt und den Erhalt dieser eigentümlichen Charaktertiere der Auen zum Ausdruck.

Das Artenschutzprogramm Sumpfschildkröte war das erste Schutzprojekt für die europaweit geschützte und akut vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte in den westlichen Bundesländern. Gleichzeitig ist die Sumpfschildkröte eine sogenannte „Hessenart“.

Über 100 Jahre alt

Bei einer Suchaktion wurden die letzten Exemplare der Sumpfschildkröte, die über 100 Jahre alt werden kann, aufgespürt und zur Nachzucht eingesetzt – unter anderem mit Hilfe des Frankfurter Zoos. „Unter besten Bedingungen gehaltene und mit sehr gutem Futter versorgte Zuchttiere erbringen deutlich mehr Nachwuchs“, erläutert die Biologin. Die Jungtiere werden bis zu einem Alter von drei bis vier Jahren aufgezogen und erst dann ausgewildert. In diesem Alter sind sie etwa so groß wie ein Handteller, erklärt John Barz, und sie sind durch Fressfeinde wie Waschbären, Wildschweine, Füchse oder größere Vögel weniger gefährdet.

Die AG Sumpfschildkröte will an verschiedenen hessischen Standorten allein in diesem Jahr 350 Tiere auswildern.

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