Bilanz nach zwei Monaten 

Nach Sturm Friederike: Viele Wege in Hersfeld-Rotenburg immer noch gesperrt

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Ein Harvester, der zwischen Oberellenbach und Licherode im Revier Sterkelshausen im Einsatz ist, unterstützt von den Forstwirten Jörg Dülfer (links) und Meik Herrmann.

Rotenburg. Gut zwei Monate nach dem Sturmtief Friederike, das im Januar besonders über Nordhessen stark wütete und hier Hunderttausende Bäume entwurzelte oder abknickte, sind noch immer zahlreiche Waldwege gesperrt.

Vor allem Wanderer können gewohnte Wege oftmals nicht nutzen, weil diese von Dutzenden oder Hunderten umgefallener Bäume versperrt sind, weitere widerstanden dem jüngsten Sturm vom Wochenende nicht.

Bei der Abarbeitung von Sturmschäden werde im Falle katastrophenartiger Ereignisse nach einem speziellen Notfallplan vorgegangen, erklärt Wolfgang Adam vom Forstamt Rotenburg. Zunächst würden öffentliche Straßen und Wege von umgefallenen Bäumen befreit, anschließend die Hauptforstwege frei gemacht, was inzwischen zu 90 Prozent erfolgt sei. Die Beseitigung der Schäden erfolge in enger Absprache zwischen Forstamt, privaten Waldbesitzern und Kommunen.

Schwere Sturmschäden: Wolfgang Adam zeigt im Rotenburger im Forstamt auf einer Landkarte, in welchem Bereich Sturm Friederike am 18. Januar besonders heftig gewütet hat. Fotos: Meyer

Dass viele Wanderwege immer noch nicht frei sind, habe aber auch wirtschaftliche Gründe. Es sei aus wirtschaftlicher Sicht nicht vetretbar, Wanderwege kurzerhand „freizuschneiden“, wie Adam erklärt. Bäume dürften nicht beliebig zersägt werden, da das Holz dadurch drastisch an Wert verliere. Zum anderen sei es auch nicht verantwortbar, Wanderwege auf diese Art zu räumen und danach sofort freizugeben. Denn die Gefahr durch umfallende Bäume und herabfallende Äste sei weiter groß.

Wege zum Alheimer

Adam rät Waldbesuchern daher zur Vorsicht und entschieden davon ab, Nebenwege abseits der geschotterten und geteerten Hauptforstwege zu nutzen.

Die Versperrung der Wanderwege bekamen auch die Betreiber der Alheimerhütte zu spüren. In den Wochen nach dem Sturm seien weniger Gäste dagewesen, sagt Christiane Nowak, die in der Hütte für die Bewirtung sorgt. Sie hat angesichts der Schwere der Schäden Verständnis dafür, dass die Wege lange nicht frei waren. Die Wanderwege zur Hütte, die über Hauptforststraßen führen, etwa vom Herz- und Kreislaufzentrum aus, sind inzwischen wieder frei.

Andere Wege zum Alheimer, etwa vom Rotenburger Alten Feld beziehungsweise Lispenhausen aus, sind weiter versperrt. Wolfgang Adam kann noch nicht sagen, wann die Wanderwege wieder frei sein werden und bittet um Verständnis, zumal für die Beseitigung von Sturmschäden speziell qualifizierte Waldarbeiter benötigt würden.

Noch nicht wieder passierbar: Auch im Revier Sterkelshausen von Förster Björn Brandau – unser Foto – sind noch lange nicht alle Wanderwege wieder begehbar.

Den Premiumwanderweg P 18 rund um die Tannenburg hat Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes von Bauhofmitarbeitern freischneiden lassen.

Ob der andere Premiumwanderweg im Altkreis bei Ronshausen wieder begehbar ist, konnte Bürgermeister Markus Becker nicht sagen. Die durch die Region verlaufenden Fernwege x 3 und x 9 seien noch nicht wieder frei, so Wolfgang Adam vom Forstamt.

Quelle: HNA

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