Investor beklagt fehlende Informationen

Meeschendorf-Verkauf: Bieter und Landkreis im Streit

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Kaufinteressenten: Martin Grebe (links), Immobilienwirt aus Ludwigsau, und sein Berater Thomas Lohr bei der Besichtigung in Meeschendorf auf Fehmarn Anfang Mai.

Hersfeld-Rotenburg. Beim Bieterverfahren zum Verkauf der kreiseigenen Ferienstätte Meeschendorf auf Fehmarn ist es nach Ansicht von Investor Martin Grebe aus Ludwigsau zu einem schwerwiegenden Form- und Verfahrensfehler gekommen.

Trotz Abgabe zweier Gebote habe er keine Information zum aktuellen Höchstgebot bekommen. Das sei den Bietern in der Ausschreibung zugesichert worden. Das Landratsamt widerspricht. Martin Grebe hat Widerspruch eingelegt und fordert eine Wiederholung des Verfahrens.

„Die Behauptung, es liege ein Verfahrensfehler vor, weisen wir zurück“, sagt Landkreissprecher Pelle Faust. Martin Grebe sei die Spanne zwischen seinem Angebot und dem zu diesem Zeitpunkt aktuellen Höchstgebot mitgeteilt worden. Daraufhin habe er seinen Austritt aus dem Bieterverfahren mitgeteilt, was dem Landratsamt auch schriftlich vorliege. Der Widerspruch habe keine Auswirkungen auf das weitere Verfahren. Grebe hatte ein Gebot über 430 000 Euro abgegeben. Das Landratsamt nannte daraufhin eine grobe Differenz zum Kreis der Höchstbietenden. Nach Informationen unserer Zeitung lagen die Gebote bei etwa 1,5 Millionen Euro. Grebe: „Ich habe dann geschrieben, dass ich kein weiteres Gebot abgeben werde. Das war kein Ausstieg, mir war nur klar: Ich bekomme keine konkrete Antwort.“

„Bei einem normalen Bieterverfahren gibt es keine Geheimniskrämerei“, sagt Martin Grebe. Der Immobilienwirt aus Ludwigsau hat beim Verkauf um die Ferienstätte Meeschendorf mit dem Ziel mitgeboten, die Ferienanlage in ihrer derzeitigen Nutzung weiterzuführen.

Keine konkrete Aussage

Grebe und sein Berater Thomas Lohr beklagen, dass sie bis heute keine konkreten Aussagen zum Höchstgebot des Bieterverfahrens erhalten haben. Der Investor hatte am 24. Mai, dem Stichtag des Verfahrens, ein erstes Gebot über 160 000 Euro abgegeben. Das Landratsamt teilte daraufhin mit, das sei sehr deutlich unter dem Höchstgebot und bot weitere Auskunft an, sofern sich der Investor zum Stillschweigen über den Betrag verpflichte. Daraufhin übermittelte Grebe nach eigenen Angaben ein Gebot in beinahe dreifacher Höhe – 430 000 Euro – und eine Verschwiegenheitserklärung. „Die Rückmeldung war: Sie sind nicht im engeren Bieterkreis“, sagt sein Berater Lohr.

„Wir wurden nicht als ernsthafte Bieter wahrgenommen“, sagt Martin Grebe, „aber wir können auch keine Millionenbeträge zahlen, wenn wir Meeschendorf als Erholungsort für Familien, Alleinerziehende, Rentner und Schulklassen erhalten wollen.“ Dennoch hätte er das Höchstgebot gern gekannt – und nicht nur die Differenz zum engeren Bieterkreis: „Daher fechten wir das Bieterverfahren auch an.“ Es gibt allerdings noch ein weiteres Motiv: „Wir wollen Zeit gewinnen, damit der Kreistag den Verkauf nicht einfach durchwinkt“, so der Investor.

Es gehe auch darum, dem Kreistag eine Alternative aufzuzeigen. Laut Grebe wäre eine der Möglichkeiten ein Erbpachtvertrag über 99 Jahre – mit ihm als Erbpachtnehmer.

Von Landrat Dr. Michael Koch werde allerdings ein unheimlich hoher Zeitdruck aufgebaut, sagt Berater Thomas Lohr. Der Grund sei, dass der Kreistagsbeschluss und der Verkauf von Meeschendorf bis Anfang Juli abgeschlossen werden müssen – sonst verlängere sich der Pachtvertrag um ein weiteres Jahr.

Ab dem heutigen Dienstag wird in den Kreisausschüssen über das Angebot für den Verkauf von Meeschendorf beraten. Eine Entscheidung des Kreistages wird in der Sitzung am Montag, 18. Juni, erwartet.

Quelle: HNA

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