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Statistik: Bebra hat nun mehr Einwohner als Rotenburg

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Von: Sebastian Schaffner

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Wahrzeichen Wasserturm: Im neuen Landesentwicklungsplan ist der Stadt Bebra auch die Gemeinde Nentershausen zugeordnet.
Wahrzeichen Wasserturm: Im neuen Landesentwicklungsplan ist der Stadt Bebra auch die Gemeinde Nentershausen zugeordnet. © Ludger Konopka

Der Kreis Hersfeld-Rotenburg verliert weiter Einwohner. Das geht aus jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Wir haben uns die Berichte einmal genauer angeschaut und sie ausgewertet.

Einwohner

Im Landkreis leben nach Angaben des Statistischen Landesamtes 120 163 Menschen. Das sind rund 140 weniger als im Vorjahr und gut 600 weniger als vor zehn Jahren. Beim Blick auf die Städte und Gemeinden fällt auf, dass im Zehn-Jahres-Vergleich 14 Kreiskommunen Einwohner verloren haben und nur sechs gewachsen sind: Bad Hersfeld (+1500), Rotenburg (+382), Bebra (+261), Neuenstein (+34), Friedewald (+29) und Hauneck (+20). Am meisten Einwohner verloren haben Heringen (427), Nentershausen (369) und Kirchheim (356). In Bad Hersfeld leben die meisten Menschen: 30 100.

Die nach Einwohnern zweitgrößte Stadt im Landkreis ist jetzt Bebra. In der Biberstadt sind laut den Statistikern fast 14 000 Menschen gemeldet, in Rotenburg, der bislang zweitgrößten Stadt, leben nur noch 13 850 Einwohner.

Rotenburg lag seit 2015 immer auf Rang 2 der Einwohnerstatistik im Kreis. Grund dafür war auch die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Nach einer melderechtlichen Umstellung ab Dezember 2015 wurden sie als Einwohner der jeweiligen Kommunen gezählt, in der sie untergebracht wurden. Übrigens: Cornberg, die mit 1349 Einwohnern weiterhin kleinste Gemeinde in Waldhessen, ist im Vergleich zum Vorjahr gewachsen: um einen Einwohner.

Durchschnittsalter

Die Statistiker aus Wiesbaden führen auch Buch darüber, wie alt die Bevölkerung in den hessischen Städten und Gemeinden ist. Nentershausen hat demnach mit einem Durchschnittsalter von 49,8 Jahren die ältesten Einwohner im Kreis. Dahinter folgen Heringen (48,5) und Philippsthal (48,2).

Die jüngste Gemeinde ist Alheim mit einem Durchschnittsalter von 44,5 Jahren vor Bad Hersfeld (45,0) und Bebra (45,6).

Geschlecht

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg wohnen mehr Männer als Frauen. Über alle 20 Kommunen gesehen, hält sich das Verhältnis zwar bis auf die Nachkommastelle die Waage, im Detail fallen jedoch zwei Dinge auf: Das größte Ungleichgewicht gibt es in Breitenbach am Herzberg (55 Prozent Männer). Und: Bad Hersfeld hat die weiblichste Bevölkerung (51 Prozent).

Geburten, Todesfälle

Hauptgrund für den Einwohnerrückgang im Kreis ist ein negativer „natürlicher Saldo“ aus Geburten und Sterbefällen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind im vergangenen Jahr kreisweit 1084 Babys lebendig auf die Welt gekommen – die meisten übrigens im Juni und August, die wenigsten im Januar.

Allerdings sind auch 1676 Menschen gestorben. Beim Blick auf die Monate ist es diesmal genau umgekehrt: Die meisten Menschen sind im Januar gestorben, die wenigsten im August. Auf natürlichem Wege hat Hersfeld-Rotenburg also im vergangenen Jahr insgesamt 592 Einwohner verloren.

Zu- und Fortgezogene

Allerdings profitiert der Landkreis von einem Zuwanderungsüberschuss, der die fehlenden Geburten – zumindest teilweise – kompensiert: Zwar haben im vergangenen Jahr rund 4900 Menschen das Kreisgebiet verlassen, davon übrigens rund 2000 ins Ausland. Allerdings haben auch knapp 5400 Menschen ihren Lebensmittelpunkt nach Hersfeld-Rotenburg verlagert. Eingebürgert wurden insgesamt 175 Frauen und Männer.

Herkunft

Große Unterschiede gibt es im Landkreis beim Anteil ausländischer Einwohner. In Bad Hersfeld kommt fast jeder Fünfte aus dem Ausland (18 Prozent), Bebra hat einen nicht-deutschen Anteil von 15,4 Prozent. Die wenigsten Ausländer leben in Schenklengsfeld und Alheim – es sind jeweils drei Prozent.

Die Berichte der Statistiker aus Wiesbaden berufen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2021. (Sebastian Schaffner)

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