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Standesbeamter hat Angst vor der Ehe: Komödie begeistert in Oberellenbach

Er traut, aber er traut sich nicht: Lutz Wildenhayn spielt den Standesbeamten mit Angst vor der Ehe.

Oberellenbach. Die Liebe liefert mit all ihren Verwicklungen bekanntlich den besten Stoff für Komödien: Die Oberellenbacher Bühne begeistert mit "Der Mann, der sich nicht traut". 

Die Aufführungen am vergangenen Wochenende im Jugend- und Freizeitheim in Oberellenbach kamen beim Publikum sehr gut an. Autor Curth Flatow, der Altmeister des gehobenen Boulevardtheaters, lässt in dem Stück ein Feuerwerk an herrlichen Pointen und köstlich-hintersinnigen Statements zur Institution Ehe mit all ihren möglichen und unmöglichen Folgen abbrennen. 

Das Ehepaar Elke und Gunther Büsching, Regisseure und Leiter des beliebten Ensembles, hatte wieder ein sicheres Händchen bei der Stückauswahl. Denn es hat alles, was eine Komödie braucht: skurrile Typen, Verwicklungen, ein paar doppeldeutige Witze und ein Happy End. Schauspielerisch, aber auch mit einem detailfreudigen Bühnenbild und stimmigen Kostümen wurde das Potenzial voll ausgenutzt.

Gut organisierte Singlemänner

In dem amüsant-frivolen Stück geht es um den geschiedenen Standesbeamten Jäger (witzig, charmant und souverän: Lutz Wildenhayn), der nach der Trennung von seiner Frau zum erbitterten Gegner der Ehe wird. Er führt mit seinem erwachsenen Sohn (tappsig-aufmüpfig: Mario Schneider) ein gut organisiertes Singledasein. Nur einmal in der Woche trifft er sich privat mit seiner Sekretärin (schäfchensanft: Bärbel Marth) – frei nach dem Motto: „Sie kann gar nicht zuviel von mir bekommen, weil sie gar nicht genug von mir bekommt“.

Er ist davon überzeugt, dass die Eheringe die Handschellen der Gesellschaft sind. Sein Magen rebelliert, weil er nicht mit ansehen kann, wie er am Standesamt die Menschen in ihr Unglück rennen lässt. Doch dann will ausgerechnet sein Sohn heiraten und Julia, die Tante der zukünftigen Schwiegertochter (elegant und hinreißend: Bianca Wildenhayn), bringt sein streng geregeltes Gefühls- und Liebesleben gehörig durcheinander. 

Genial überzogen: Heike Schmauch als die Ex-Frau.  

Der leidenschaftliche Robertino (eine Paraderolle für Kurt Ludwig), Schwiegertochter Gaby (Anna Mey: süß-pointiert), Jägers geschiedene Frau (genial überzogen: Heike Schmauch) und ein Pilot, der mal mit Julia angebandelt hat (sehr authentisch-amerikanisch: Harald Vöckel) entfachen ein flottes Pointengewitter, in dem die frechen Sprüche prasseln.

Und dann ist natürlich auch er da: Publikumsliebling Klaus Scharpenack. Als Chef-Requisiteur überbrückt er im aktuellen Stück den Szenen-Umbau mit pfiffigen und pointierten Anmerkungen. Ein passionierter Akteur, der stets präzise einen komödiantischen Typ herausarbeitet. Viel Applaus für knapp drei Stunden besten Amüsements.

Von Susanne Kanngieser

Weitere Aufführungen:

- Freitag, 9. Februar, ab 20 Uhr

- Samstag, 10. Februar, ab 20 Uhr 

- Sonntag, 11. Februar, ab 15 Uhr

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