Kombinierter Campus ist eine Idee

Stadtverordnete fordern: Rotenburg als Bildungsstandort ausweiten

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Immer wieder Thema: Die Zukunft der Alheimer-Kaserne, ob als Bildungsstandort oder gar wieder Bundeswehr-Standort, bleibt im Gespräch. 

Rotenburg. Rotenburg soll Standort für weitere Ausbildungsbereiche der hessischen Landesbehörden werden – das ist Ziel eines SPD-Antrags, der jetzt einstimmig abgesegnet wurde.

Alle Stadtverordneten stimmten mit Ja.

Gedacht ist dabei an einen kombinierten Campus, zu dem nicht zuletzt die Alheimer-Kaserne gehören könnte. Der Magistrat soll deshalb im Zuge der Konversionsbemühungen zusammen mit dem Land Hessen prüfen, in wieweit weitere Ausbildungsbereiche zur Nutzung von Synergieeffekten an den Bildungsstandort Rotenburg zu verlegen sind.

Zurzeit werden in Rotenburg bekanntlich Mitarbeiter der Finanzverwaltung und der Justiz sowie der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil aus- und fortgebildet. Die Kaserne, die dem Bund gehört und die vom Land als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge gemietet wurde, könnte auch als bundesweite Aus- und Fortbildungsstätte für den Zoll genutzt werden. Das fordert die Zollgewerkschaft BDZ, die dabei von Politikern unterstützt wird.

Durch viele Überschneidungen der inhaltlichen Ausbildungsthemen der Landes- und Bundesbehörden könnten durch weitere Ansiedlungen Synergieeffekte optimal und effizient genutzt werden, meint die SPD. Außerdem bedeute die weitere Ansiedlung eine massive Stärkung des ländlichen Raums.

UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald zollte dem SPD-Fraktionsvorsitzendem Sebastian Münscher Respekt, weil dieser nicht locker lasse („Wie eine Wespe“). Allerdings vermutet Grünewald, dass die Anstrengungen nicht dringend notwendig sei, weil auch die Stadtverwaltung sich weiterhin um Konversion bemühe.

Das schloss Grünewald aus einem Antwortschreiben aus dem Bundesverteidigungsministerium. Dort hatte der Magistrat angeregt, Rotenburg zur berücksichtigen, weil aufgegebene Bundeswehrstandorte zum Teil reaktiviert werden sollen.

Bürgermeister Christian Grunwald hatte den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung über dieses Schreiben und die negative Antwort informiert. Der Bedarf sei noch nicht absehbar und Rotenburg werde auch nicht mit Blick auf einen möglichen Bedarf betrachtet, heißt es im Brief aus dem Ministerium. (sis)

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