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Stadt Rotenburg plant eigenes Energiewerk

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Von: Christopher Ziermann

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Christian Grunwald Bürgermeister
Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald © Schäfer-Marg, Silke

Die Erzeugung von Strom, Wärme und Wasserstoff könnte die Stadt Rotenburg bald in eigene Hände nehmen. Das schlägt Bürgermeister Christian Grunwald vor.

Rotenburg – Ein entsprechendes Konzept wird in der heutigen Haupt- und Finanzausschusssitzung vorgelegt. Wenn das Stadtparlament am Donnerstag zustimmt, soll perspektivisch als städtische Tochter ein „Energiewerk Rotenburg“ gegründet werden. Es wäre ein Pilotprojekt.

Die Idee ist auch infolge des Ukraine-Krieges entstanden – hohe Energiekosten führen dazu, dass über niedrigere Temperaturen in Schwimmbädern, DGHs und Turnhallen diskutiert wird. Grunwalds Ziel: „Ich möchte, dass wir so unabhängig von externen Lieferanten sind, dass wir die Kosten für uns als Stadt und unsere Bürger dauerhaft niedrig halten können.“ Das Energiewerk soll einmal so viel erzeugen, dass nicht nur der Eigenbedarf gedeckt ist, sondern auch Bürgern und Unternehmen Energie und Wärme angeboten werden können.

In der Praxis heißt das, dass Solaranlagen auf städtischen Gebäuden und Grundstücken stark ausgebaut, Wohngebiete möglichst mit Nahwärmenetzen versorgt und auch die 1300 Hektar Stadtwald als Wärmelieferant mit einbezogen würden. Blockheizkraftwerke und Hackschnitzelanlagen gehören zu den Möglichkeiten. Auch Windkraft auf den Flächen des Stadtwaldes würde Grunwald gerne forcieren. Hinzu kommt die Erzeugung von grünem Wasserstoff, etwa durch Überschussstrom von Solar- und Windkraftanlagen. Der Wasserstoff könnte für größere städtische Fahrzeuge genutzt und auch an private Verbraucher verkauft werden.

„Es ist ein schrittweises Gesamtprojekt. Zunächst muss das Parlament entscheiden, ob wir uns generell bei den drei Säulen Erzeugung, Verwertung und Vermarktung eigenständig aufstellen wollen. Dann würde das Projekt von Innovation leben – da bin ich sehr zuversichtlich, auch dank der Leidenschaft und Kompetenz bei den Stadtwerken“, sagt Grunwald. Das Team um Betriebsleiter Stephan Heckeroth wär nur anfangs in der Verantwortung. Der Aufbau des Energiewerks gehe nicht „nebenbei“. Dafür müsste ein neuer Personalstamm her.

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