Schon als Kind auf dem Fußballplatz

Sportkreis-Chef Paul Mähler hört nach zwei Jahrzehnten auf 

Er hat ein Händchen für junge Pflänzchen: Paul Mähler hat sich viele Jahre für die Förderung von Kindern und Jugendlichen in den Vereinen eingesetzt. Vor Kurzem wurde er als Vorsitzender des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg verabschiedet.

Rotenburg. Mehr als zwei Jahrzehnte war Paul Mähler Vorsitzender des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg. Jetzt genießt er seine Freizeit. 

In die Sportler-Familie wächst man rein. Davon ist Paul Mähler überzeugt. Der 70-jährige Rotenburger, der mehr als 20 Jahre lang Vorsitzender des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg war, ist als Kind jeden Sonntag vom Vater mit auf den Sportplatz genommen worden und hat früh mit dem Turnen bei der TG Rotenburg begonnen. Das Interesse an Sport und Bewegung können und sollten vor allem Eltern wecken, sagt er.

Spaß an der Bewegung hat er selbst immer gehabt: Zehn Jahre lang war er aktiver Reiter im Reitverein Rotenburg, mehrere Jahrzehnte lang Schütze im Rotenburger Schützenverein, dessen Vorsitzender er auch elf Jahre lang war, und Gründungsmitglied der Skigemeinschaft Kreis Rotenburg.

Auf den Bergen, zu Land und vor allem im Wasser als Schwimmer und Wasserballer beim SV Neptun trieb Paul Mähler Sport und fing auch früh an, sich als Funktionär zu engagieren – als Jugendwart, Trainer und später als Vereinsvorsitzender. Was hat ihn angetrieben außer der Freude an der Bewegung? „Viele Menschen haben mir in der Kindheit und Jugend Zeit geopfert“, sagt er. „Sie haben mich im Verein gefördert. Da muss man auch etwas zurückgeben, finde ich.“ Der Sport habe ihm privat und gesellschaftlich ein positives Umfeld gegeben.

Das, was seine Vereinsbiographie ausmacht, wünscht er sich auch für die Vereine von heute: Junge Leute frühzeitig in die Verantwortung einbinden und ihnen die Freude am Ehrenamt vermitteln. „Ich weiß natürlich, dass sich die Arbeitswelt und der Schulalltag verändert haben. Dennoch werbe ich für das Ehrenamt im Verein.“

Wenn er erzählt, wie seine Bemühungen als Sportkreis-Chef Früchte getragen haben, wie er Vereinen zu Sportplätzen verhelfen konnte oder durch unermüdliches Engagement auch Vorstände beim Weitermachen oder neu Aufstellen unterstützen konnte, sieht man ihm an, wie zufrieden ihn dieses Amt gemacht hat. Dennoch war es Zeit zum Aufhören: „Es ist nicht schön, wenn ein Vorstand 30 Jahre lang im Amt bleibt. Man muss Nachfolger aufbauen und Jüngere ’ranlassen. Vereine brauchen auch neue, frische Ideen“, sagt Mähler.

Verantwortung verlagert

Wenn man ein Amt hinter sich lässt, kann man sich auch leichter mal kritisch äußern. Und das tut Paul Mähler: Entwicklungen wie etwa beim Deutschen Olympischen Sportbund im Bereich Sponsoring ärgern ihn schon: „Der Verband bekommt ordentlich Geld, und wenn man unten mal Geschenke zur Anerkennung erfolgreicher Sportler braucht, muss man betteln. Es wird viel Verantwortung nach unten verlagert, aber die Anerkennung nicht.“

Paul Mähler selbst gehört heute nur noch dem Alheimerverein als Vorstandsmitglied an und kombiniert dabei Hobby und Ehrenamt: Mit dem Mountainbike fährt er im Wald, kontrolliert den Alheimerturm, kümmert sich um Bänke für Wanderer und Wege rund um den Alheimer. Wandern und Skifahren sind ebenfalls seine Hobbys.

Seine Frau Christel, mit der er seit 1971 verheiratet ist, hat sein Engagement im Sport unterstützt. „Das Wochenende hat immer der Familie gehört“, sagt sie. Und das Familienleben mit den Enkeln genießt das Paar jetzt völlig ungestört.

Zur Person: 

Paul Mähler wurde 1948 in Rotenburg geboren, wuchs dort auf und absolvierte zunächst eine Schlosserlehre bei den Flottwerken in Lispenhausen. Nach der Bundeswehrzeit arbeitete er bei der Stadt Rotenburg und ließ sich zum Schwimmmeister ausbilden. 1974 wechselte er als Bewegungstherapeut im Herz- und Kreislaufzentrum. Dort blieb er bis zum Renteneintritt 2011. Seit 1971 ist er mit seiner Frau Christel verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und fünf Enkel und lebt in Rotenburg. 1997 war er zum Vorsitzenden des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg gewählt worden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Rotenburg (an der Fulda)
Kommentare zu diesem Artikel