Verein steht kurz vor der Auflösung 

Sorge um den Spielplatz an der Weidenberggasse in Rotenburg

+
Letzte Gelegenheit: Dominik Fiedler, Behcet Iscioglu und Nani Kehm (von links) hoffen auf engagierte Bürger, die den Spielplatz an der Weidenberggasse erhalten wollen.

Rotenburg. Der Spielplatz an der Rotenburger Weidenberggasse steht möglicherweise vor der Schließung. Der Verein, der den Spielplatz betreibt, werde sich gegen Ende des Jahres auflösen, sollten sich keine Rotenburger Bürger finden, die sich einbringen und engagieren wollen.

Das teilte Behcet Iscioglu mit, Vorsitzender des Vereins „Kinderförderfonds für Chancengleichheit“.

Der Verein hatte sich vor knapp fünf Jahren mit dem Ziel gegründet, Rotenburger Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien zu unterstützen. „Wir möchten die Bildungschancen in der Kunst, in Musik und Sport fördern, etwa indem der Fonds Mitgliedsbeiträge sponsert“, sagte Gründungsmitglied Benjamin Funk damals.

Tatsächlich wurde dann der Spielplatz an der Weidenberggasse das zentrale Thema des Vereins. Als der städtische Spielplatz vor wenigen Jahren aufgegeben werden sollte, erwarb ein Rotenburger das Grundstück.

Der Verein erklärte sich dazu bereit, für den Betrieb des Spielplatzes zu sorgen. Die Mitglieder sammelten Spenden, bekamen Spielgeräte geschenkt und schufen ein attraktives Spielgelände, das sich sehen lassen kann.

Keine Nachfolger in Sicht

Allerdings wollen sich die Vorstandsmitglieder nun gerne aus dem Vorstand zurückziehen, finden aber offenbar keine Nachfolger. Zur jüngsten Jahreshauptversammlung sei neben dem derzeit nur dreiköpfigen Vorstand nur ein einziges Mitglied erschienen, berichtet Iscioglu.

Enttäuscht zeigte er sich auch darüber, dass entgegen der Bekundung vieler Eltern zu Beginn sich nur wenige für den Spielplatz engagiert hätten, etwa bei der Pflege des Geländes. Daher habe der Verein eine Firma für die Rasenpflege engagieren müssen.

Die verbliebenen Vorstandsmitglieder Behcet Iscioglu, Dominik Fiedler und Nani Kehm haben einen Aufruf über Facebook gestartet und hoffen nun, dass sich Menschen finden, die sich ehrenamtlich im Verein engagieren beziehungsweise Verantwortung für den Spielplatz übernehmen wollen.

Der Verein habe Geldspenden erhalten, sodass der Betrieb des Spielplatzes aus finanzieller Sicht noch für einige Zeit möglich sei. Aber, so Iscioglu: „Es fehlt Manpower.“ Die jetzigen Vorstandsmitglieder seien nicht mehr bereit und in der Lage, alle Aufgaben alleine zu stemmen, wollen sich aber weiter einbringen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Sollten sich keine weiteren Helfer finden, werde der Verein sich auflösen, Vermögen und Spielgeräte würden gemäß der Satzung an die Stadt fallen. Aber auch eine andere Lösung ist denkbar.

In Konzept integrieren

Die Stadt beginnt in Kürze mit dem Umbau des alten Finanzamts auf dem angrenzenden Grundstück. Ein Familienzentrum mit Kindertagesstätte und Spielplatz wird hier entstehen – wir berichteten. Iscioglu hat ins Gespräch gebracht, den bestehenden Spielplatz in das Konzept des Familienzentrums zu integrieren. „Es ist aus meiner Sicht sinnvoll, darüber nachzudenken, ob und wie man das Gelände einbinden kann“, sagte dazu Jonas Rudolph, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtparlament.

Der Vereinsvorstand bittet Interessenten, die sich im Verein engagieren wollen, sich über die sozialen Medien oder per E-Mail an den Verein zu wenden: kinderfoerderfonds@web.de

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.