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Schulfahrten werden teurer: Eine Reise darf bis zu 900 Euro kosten

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Von: Carolin Eberth

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Frölich-Reisen aus Hessisch Lichtenau bietet 2020 vier Pauschalreisen ab dem Flughafen Kassel-Calden an.
Mit der Schulklasse das Kolosseum besuchen? Damit das auch weiterhin für Schülerinnen und Schüler möglich ist, wurde die Obergrenze für Klassenfahrten angehoben.  © Virginia Mayo/AP/dpa

Das hessische Kultusministerium hat die Kostenobergrenzen für Klassenfahrten in diesem Jahr verdoppelt. Mehrtägige Exkursionen und Abschlussfahrten dürfen seit Februar bis zu 600 Euro im Inland und 900 Euro im Ausland kosten. Voraussetzung ist, dass das Geld dafür über einen längeren Zeitraum angespart werden kann.

Hersfeld-Rotenburg – „Der vorige Erlass stammte aus dem Jahr 2009 und war wirklich in die Jahre gekommen. Aufgrund der allgemeinen Teuerung zeigte sich immer mehr, dass mit dem alten Kostenrahmen nicht mehr sinnvoll geplant werden konnte. Der neue Rahmen von 600, beziehungsweise 900 Euro, bedeutet jedoch lediglich eine Obergrenze und muss nicht ausgeschöpft werden“, erklärt Jürgen Krompholz, Leiter des Staatlichen Schulamts Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg.

Die Bewertungen des Erlasses würden unterschiedlich ausfallen. „Lehrkräfte begrüßen größere Spielräume. So werden Fahrten wie beispielsweise die eines Lateinkurses nach Rom wieder rechtlich durchführbar, weil der Kostenrahmen eingehalten werden kann, was vorher nicht möglich war. Andererseits fragen Eltern, völlig zurecht, wie das finanziert werden soll. Und die Kinder freuen sich über attraktive Ziele.“

Kerstin Glende, Schulleiterin der Gesamtschule Obersberg in Bad Hersfeld freut sich ebenfalls über die Anpassung der Obergrenzen. In die Entscheidungsprozesse rund um Klassenfahrten würden Eltern und Schüler von Beginn an mit eingebunden. „Alle Entscheidungen bedürfen vorab einer Zustimmung der Eltern. Diese Tatsache berücksichtigen die Lehrer selbstverständlich bei all ihren Planungsüberlegungen.“ Diese Transparenz führe in der Regel zu einer hohen Akzeptanz bei Eltern und Schülern.

Anders sieht es zum Beispiel bei den Beruflichen Schulen in Bebra aus. „Wir haben nicht die Motivation, diese Obergrenzen zu nutzen. Im Gegenteil. Ich habe mich für eine Fahrtobergrenze von 350 bis 450 Euro maximal ausgesprochen. Frei nach der realistischen Frage, wer das bezahlen soll“, sagt Schulleiterin Ivonne Buchenau.

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