Säugetiere zum Abschuss freigegeben

Schonzeit vorbei: Jagd auf Waschbären wieder eröffnet

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Seit Anfang August dürfen Waschbären wieder bejagt werden. 

Hersfeld-Rotenburg. Die vom Land Hessen 2016 erstmals verordnete Schonzeit für Waschbären von Anfang März bis Ende Juli ist vorüber.

Seit dem 1. August darf das Tier, das mittlerweile in so gut wie allen Jagdrevieren des Kreises vorkommt, wieder bejagt werden. Das sorgt bei vielen Jägern im Kreis Hersfeld-Rotenburg für Erleichterung.

Manfred Gieb, Vorstandsmitglied des Hersfelder Kreisjagdvereins, sagt: „Natürlich würden wir Jäger gerne ganzjährig helfen, wenn Bürger Probleme mit Waschbären haben. Das passiert bis zu vier Mal pro Woche. Aber Tierschutzgesetz geht über Jagdrecht und daran haben wir uns zu halten.“ Der Waschbär verdrängt, seit er vor circa 80 Jahren die heimischen Wälder erreicht hat, immer mehr dort lebende Tierarten. Da er keine natürlichen Fressfeinde hat, kann er sich ungehindert ausbreiten – zum Nachteil anderer Tierarten wie Hasen oder bodenbrütenden Vögeln.

In den meisten Fällen werden die Waschbären nicht mit dem Gewehr bejagt, sondern per Falle. Nachdem die Tiere in diese gelockt werden, erlegt sie der Waidmann mit einem nahplatzierten Schuss aus Revolver oder Pistole. Diese Variante soll für das Tier selbst mit am wenigsten Stress verbunden sein. Eine Sterilisation der Kleinbären sei aufgrund der hohen Population keine sinnvolle Lösung. 

Tatenlos zusehen

Der 1. Vorsitzende der Rotenburger Jägervereinigung, Wolfgang Adam, sagt: „Wir können den Waschbären trotzdem nur punktuell zurückdrängen. Früher arbeiteten Bürger und Jäger ohne Probleme zusammen. Durch die neue Ver-ordnung mit vorgegebener Schonzeit ist das nicht mehr möglich.“ Ohne effektiv reagieren zu können, hätten die Jäger während der jagdfreien Zeit oftmals zuschauen müssen, wie Waschbären Schaden bei Privatpersonen anrichteten. Nach wie vor schwelt der Konflikt zwischen Jägern und Naturschützern: Der gleichzeitige Schutz von Waschbär und dessen Beutetieren ist kaum möglich. 

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Quelle: HNA

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