Strafbefehl gegen 48-Jährigen 

Schlechte Reifen waren schuld an tragischem Unfall bei Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Schlimme Folgen hatte ein Verkehrsunfall im Juni 2016 auf der Autobahn zwischen Kirchheim und Bad Hersfeld: Die Beifahrerin eines Pkws erlitt schwerste Verletzungen, unter anderem eine chronische Querschnittslähmung.

Sie wird zeitlebens auf fremde Hilfe angewiesen sein. Auch der Unfallfahrer selbst wurde schwer verletzt und leidet heute noch unter den Nachwirkungen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der Mann jetzt vom Amtsgericht Bad Hersfeld schuldig gesprochen. Das Fehlverhalten des Angeklagten lag vor allem darin, dass er auf regennasser Straße mit völlig abgefahrenen Winterreifen und noch dazu schneller als erlaubt unterwegs war.

Er hatte gegen 19 Uhr mit seinem Audi auf der A4 ausgangs einer langgezogenen Rechtskurve aus ungeklärter Ursache eine heftige Lenkreaktion sowie eine Bremsung vollzogen, wodurch das Fahrzeug ins Schleudern geraten und sich an einer Böschung überschlagen hatte. Dabei wurde der nicht angeschnallte Angeklagte aus dem Fahrzeug geschleudert. Die angeschnallte Beifahrerin wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste letztlich durch Rettungskräfte befreit werden.

Zum Prozess vor Strafrichter Elmar Schnelle war der 48-Jährige am Dienstag jedoch kurzfristig nicht erschienen, angeblich ist er nicht reisefähig. Das vorgelegte Attest war allerdings schon zwei Wochen alt. Das Gericht sprach deshalb im Strafbefehlsverfahren eine Verwarnung aus und behielt sich eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro vor. Zusätzlich verhängte es eine Geldauflage von 500 Euro, die an die Verkehrswacht gezahlt wird.

Zu dem Gerichtstermin waren der Sachverständige aus Fulda und mehrere Zeugen aus Erfurt, Schmalkalden und Ringgau gekommen. Sie mussten unverrichteter Dinge wieder heimfahren. 

Winterreifen im Sommer erlaubt

Grundsätzlich ist es Autofahrern hierzulande nicht verboten, mit Winterreifen auch im Sommer zu fahren. Der Gesetzgeber schreibt lediglich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Der ADAC empfiehlt, Sommerreifen schon ab drei Millimetern zu erneuern, Winterreifen ab vier Millimeter. Autofahrer müssen aber die Fahrweise den Gegebenheiten anpassen. Bei höheren Temperaturen haben Winterreifen einen deutlich längeren Bremsweg als Sommerreifen. In der kalten Jahreszeit gilt: Nur wer Fahrten bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte zuverlässig vermeiden kann, darf auch im Winter mit Sommerreifen fahren, so der ADAC.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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