Ermittlungsverfahren eingestellt

Schießunfall zu Akten gelegt – Revolver-Trommel war bei Wettbewerb in Obersuhl geplatzt

Am Schießstand des Schützenvereins Diana Obersuhl war es 2019 zu dem außergewöhnlichen Unfall gekommen.
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Am Schießstand des Schützenvereins Diana Obersuhl war es 2019 zu dem außergewöhnlichen Unfall gekommen.

Die Staatsanwaltschaft Fulda hat das Ermittlungsverfahren zu dem Schießunfall auf dem Schießstand des Schützenvereins Diana Obersuhl eingestellt.

Obersuhl – Bei einem Pokalschießen des Schützenbezirks Rotenburg war es im Dezember 2019 zu einem bislang im Hessischen Schützenverband wohl einmaligen Unfall gekommen. Auf dem Schießstand platzte die Trommel eines Großkaliber-Revolvers eines 31-jährigen Teilnehmers aus Alheim, als er einen Schuss abgab. Dabei wurde ein 42-jähriger Rotenburger auf der benachbarten Schießbahn durch herumfliegende Teile erheblich am Arm verletzt. Der Schütze selbst blieb unverletzt, der Nebenmann hatte noch Glück im Unglück.

Die Staatsanwaltschaft Fulda stellte das Ermittlungsverfahren mit Zustimmung des zuständigen Gerichts – in diesem Fall das Amtsgericht Bad Hersfeld – ein. Das teilt die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Staatsanwältin Dr. Christine Seban, auf Anfrage mit.

Das Amtsgericht wäre für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständig gewesen. „Anhaltspunkte für einen unsachgemäßen Gebrauch des Revolvers haben sich bei den Ermittlungen nicht ergeben“, berichtet die Sprecherin der Fuldaer Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte sei vielmehr ein erfahrener Schütze. Im Unterschied zu Selbstladepistolen sind bei Revolvern die Patronen nicht im Magazin, sondern in der hinter dem Lauf drehbaren Trommel geladen.

„Eine Untersuchung des Revolvers ist – trotz der nicht unerheblichen Verletzungen des Geschädigten – nicht erfolgt, da der Beschuldigte strafrechtlich noch in keiner Weise in Erscheinung getreten ist und sein Verschulden jedenfalls als gering anzusehen gewesen wäre“, betont Seban. Im Raum habe bei den Ermittlungen allein die Frage gestanden, ob der Schütze möglicherweise fahrlässig gehandelt habe. Das sei aber nicht der Fall gewesen.

Die Zuverlässigkeit des Schützen wurde im Laufe der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft außerdem von der zuständigen Behörde des Landkreises Hersfeld-Rotenburg überprüft. „Auch Anhaltspunkte für einen Konstruktionsfehler der Waffe haben sich nicht ergeben“, berichtet die Sprecherin. Die Frage, warum die Trommel geplatzt ist, bleibt damit unbeantwortet. Auch die Rotenburger Polizei hatte nach ersten Ermittlungen keine Anhaltspunkte für einen unsachgemäßen Gebrauch der Waffe gefunden. Möglicherweise sei ein technischer Defekt die Ursache gewesen, hieß es damals.

Von René Dupont

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