Bergbaualtlasten in Richelsdorf

Sanierung startet in Kürze: Spielplätze in Wildeck werden giftfrei

Trostloser Anblick: Ein Gerät steht noch auf dem Spielplatz, der seit sechs Jahren gesperrt ist. Im Hintergrund ist der neue Natur-Minigolfplatz zu erkennen, der noch gar nicht in Betrieb genommen worden war. Der Bach Weihe, der das Arsen in den Ort gespült hatte, fließt direkt neben dem Fußweg, der links zu erkennen ist.
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Trostloser Anblick: Ein Gerät steht noch auf dem Spielplatz, der seit sechs Jahren gesperrt ist. Im Hintergrund ist der neue Natur-Minigolfplatz zu erkennen, der noch gar nicht in Betrieb genommen worden war. Der Bach Weihe, der das Arsen in den Ort gespült hatte, fließt direkt neben dem Fußweg, der links zu erkennen ist.

Wann die Sanierung der arsenverseuchten privaten Grundstücke in Richelsdorf beginnen wird, ist nach wie vor unklar. Dagegen steht der Zeitpunkt der Sanierung der betroffenen Grundstücke der Gemeinde Wildeck fest.

Richelsdorf – Die Mitarbeiter der Spezialfirma werden am Montag, 19. April, anrücken, um die Baustelle einzurichten. Die Sanierung soll dann eine Woche später beginnen. Um die Mitarbeiter der Firma nicht zu gefährden, müssen spezielle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.

Die vier Grundstücke der Gemeinde – der neue Minigolfplatz, der Kinderspielplatz, der Bereich um das Backhaus und das Grundstück Kupferstraße 20 mit Mehrfamilienhaus – liegen hintereinander am Bach Weihe. Über den Bach sind die Giftstoffe vom außerhalb des Ortes gelegenen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte in das Dorf gespült worden. Der Bergbau war vor 60 Jahren eingestellt worden. Die Sanierung der vier Flächen wird die Gemeinde etwa 300 000 Euro kosten.

Die kontaminierte Erde der Grundstücke muss abtransportiert und die neue Erde herangefahren werden. Die Erde wird bis zur Tiefe von einem halben Meter ausgetauscht. Den Auftrag führt die Spezialfirma Leinweber Transport aus Künzell aus. Die Arbeiten sollen etwa drei Monate dauern, teilt Bürgermeister Alexander Wirth mit. Die Arbeiten müssen abgeschlossen sein, bis die Hauptstraße Steinkaute im Sommer saniert wird und deshalb voll gesperrt werden muss. Der genaue Termin für die Straßensanierung stehe noch nicht fest, berichtet Wirth.

Auch dieser Steg über die Weihe am Ende des Minigolfplatzes soll durch einen neuen ersetzt werden. Er ist bereits gesperrt, weil er baufällig ist.

Die kontaminierte Erde wird in Richtung Süß abgefahren und auf der „Zinkhalde“ hinter dem ehemaligen Betriebsgelände der Richelsdorfer Hütte gelagert. Dabei stört die Sperrung der Steinkaute nicht. Die neue Erde allerdings wird aus Obersuhl herantransportiert – über die Hauptstraße in Richelsdorf. Die neue Erde ist bei der Sanierung der Laufbahn und des Sportplatzes im Stadion Obersuhl abgetragen worden und wird dort nicht mehr benötigt.

Parallel zur Sanierung der vier Grundstücke in Richelsdorf sollen jetzt noch zusätzliche Projekte umgesetzt werden: So soll die Straßenbeleuchtung, die nur bis zum Backhaus reicht, den Fußweg entlang der Spielplätze fortgeführt werden, berichtet Bürgermeister Wirth. Mit Dränagen sollen Quellen abgefangen werden, die sich im Bereich des Hangs und der Spielplätze befinden.

Außerdem muss die alte Fußgängerbrücke über die Weihe am Ende des Minigolfplatzes durch eine neue ersetzt werden. Das übernimmt der Bauhof der Gemeinde.

„Es ist schon sehr unglücklich, dass das rechtshistorische Gutachten noch immer nicht vorliegt, das das Regierungspräsidium in Auftrag gegeben hat, und die Gespräche mit den privaten Eigentümern deshalb noch nicht weitergeführt werden können“, betont Bürgermeister Wirth. „Wenn die Arbeiten auf den Grundstücken der Gemeinde und der Privateigentümer jetzt hätten parallel laufen können, hätte man sicher Geld durch Synergieeffekte sparen können.“ Das rechtshistorische Gutachten soll klären, ob sich auch das Land Hessen an den Kosten für die Sanierung beteiligen muss.

Arbeiter müssen spezielle Sicherheitsanzüge tragen

Um die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma keiner Gefahr auszusetzen, müssen spezielle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Dafür wurde ein Arbeitssicherheitskonzept entworfen. Das berichtet Zrinko Rezic von der Hessischen Industriemüll GmbH (HIM), die den Sanierungsplan im Auftrag der Gemeinde erstellt hat. Vorgeschrieben sind unter anderem staubdichte Schutzanzüge, spezielle Schutzhandschuhe und Stiefel sowie Atemschutzmasken. Die Bagger sind mit Filterkabinen ausgestattet. (dup)

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