Bebraer Investor hat Interesse

Ruine der Klosterschänke in Bad Hersfeld könnte Schule werden

Der Fachwerkbau als Versammlungsraum, der Biergarten als Schulhof, dazu ein neuer Anbau: Für den Wiederaufbau der niedergebrannten Klosterschänke auf dem Johannesberg gibt es jetzt eine neue Idee.

Seit dem verheerenden Brand vom Januar 2013 ist die Klosterschänke auf dem Johannesberg eine Ruine. Nun gibt es einen Bebraer Interessenten, der daraus eine Grundschule machen möchte.

Die Zeiten, in denen auf dem Johannesberg in fröhlicher Runde dem Obstwein zugesprochen und die Klosterschänke das beliebte Ziel von Wochenend-Ausflüglern war, sind wohl endgültig vorbei. Seit dem verheerenden Feuer vom 24. Januar 2013 existiert die Traditionsgaststätte als solche nicht mehr, aktuell drohen sogar die verbliebenen Mauerreste zuzuwachsen.

Nachdem sich weder die Familie Bommer als Eigentümer noch andere Interessenten zu einem Wiederaufbau mit gastronomischer Zielsetzung entschließen konnten, gibt es nun eine ganz neue Idee, die der Klosterschänke eine Perspektive verheißt: Sie könnte zu einer privaten Grundschule umfunktioniert werden. Ein Investor steht bereit.

Vorstellung im Ortsbeirat

Dieser überraschende Vorschlag wird in der kommenden Woche am 18. Januar Thema im Ortsbeirat des Johannesbergs sein. Sollte sich im Sitzungszug bis zur Stadtverordnetenversammlung im Grundsatz eine politische Mehrheit finden, könnte das Bauleitverfahren beginnen.

Obwohl Details erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden, gibt es bereits so etwas wie eine grobe Planung. Entsprechend den Vorgaben der Stadt würde die alte Gebäudekubatur wieder hergestellt und künftig etwa als Aula oder Versammlungsraum genutzt, der auch öffentlich zugänglich sein soll. Klassen- und Funktionsräume würden in einem angegliederten Neubau untergebracht, der bisherige Biergarten zum Schulhof umgebaut. Verkehrstechnisch wäre der Standort nach Auskunft von Meik Ebert, Pressesprecher der Stadt Bad Hersfeld, kein Problem. Die bisherigen Eigentümer sind grundsätzlich gesprächsbereit. „Ich muss nicht verkaufen, aber das Grundstück ist eigentlich nur ein Klotz an meinem Bein“, sagte Ulrich Bommer, der mit dem Betrieb der Klosterschänke in den Räumen der ehemaligen Luisenschule am Neumarkt eine neue Heimat gefunden hat.

Bauherr aus Bebra

Bauherr des Schulprojekts wäre die Familie Dick, die in Bebra einen großen Autohandel und eine Baufirma betreibt. Wie Mitinhaber Alexander Dick gegenüber unserer Zeitung erläuterte, würde die Schule eine christlich-ethische Ausrichtung haben und voraussichtlich über eine Stiftung oder einen Verein betrieben werden.

Im Stadtteil Johannesberg gibt es bislang keine Schule. Ein viele Jahre dafür vorgesehenes Grundstück nahe des Einkaufszentrums wurde nie bebaut.

Die Sitzung des Ortsbeirates findet im Bürgerraum des Vereinsheims Tennishalle im Douglasienweg statt und beginnt um 18 Uhr. Dort wird dann auch eine Visualisierung des Bauvorhabens präsentiert. Die Sitzung ist öffentlich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Bad Hersfeld
Kommentare zu diesem Artikel