"Champions League ist wichtiger"

Harrys Hochzeit ist vielen Briten in Hersfeld-Rotenburg egal

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Hochzeit des Jahres: Während Großbritannien seit Wochen dem Ja-Wort von Prinz Harry und Meghan Markle entgegenfiebert, wie der Blick auf dieses Schaufenster zeigt, interessieren sich viele im Landkreis Hersfeld-Rotenburg lebende Briten allerdings so gut wie gar nicht für die Hochzeit.

Hersfeld-Rotenburg. Ganz Großbritannien ist seit Wochen im Hochzeitsfieber. Einige Briten, die im Kreis Hersfeld-Rotenburg leben, halten vom Hype um Harry allerdings wenig bis gar nichts.

Und träumen lieber vom Gewinn eines großen Fußballpokals.  Der Countdown läuft: Am heutigen Samstag geben sich der britische Prinz Harry (35) und das US-amerikanische Model Meghan Markle (36) auf Schloss Windsor das Ja-Wort. Fans der Königsfamilie sind seit Wochen aus dem Häuschen, Millionen werden die Liveübertragung im Fernsehen verfolgen. Doch was halten im Kreis Hersfeld-Rotenburg lebende Briten von der „Hochzeit des Jahres“? Wir haben nachgefragt. So viel vorweg: Die Queen wäre „not amused“.

Als Harrys Eltern – Prinz Charles und Lady Di – im Jahr 1981 in der St. Paul’s Cathedral in London heirateten, saß Raymond King aus Bad Hersfeld noch mit Freunden emotional angefasst vor dem Fernseher. „Die Hochzeit von Harry und Meghan werde ich aber, wenn überhaupt, nur mit einem Auge verfolgen“, sagt der 57-Jährige, der in Newcastle aufwuchs und Geschichtslehrer an der Hersfelder Geistalschule ist. „Würde stattdessen Fußball im Fernsehen übertragen, würde ich einschalten.“ Er wünsche dem Paar aber viel Glück. „Ich glaube, die beiden passen ganz gut zusammen.“

Der Fernseher von Steven Craig aus Rotenburg bleibt hingegen wohl komplett aus. „Nein, nein, ich werde mir das nicht anschauen“, sagt der 62-Jährige, der aus der Robin-Hood-Stadt Nottingham stammt und seit 30 Jahren in Waldhessen lebt. Gegen die Königsfamilie habe er zwar nichts („Sie stört ja niemanden“) und er ist auch überzeugt, dass die Königsfamilie den Briten durch den Tourismus und die schier zahllosen Fanartikel mehr Geld einbringen als sie kosten. „Aber die Hochzeit ist mir echt egal.“ Craig hat heute ohnehin etwas Besseres vor: „Ich widme mich meiner Gartenarbeit.“

Nortrud Hoffmeister aus Bebra, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Bebra-Knaresborough, weilt derzeit im Urlaub auf Lanzarote – und denkt erst gar nicht daran, sich vor das TV-Empfangsgerät zu setzen. Möglicherweise werde sie sich später eine Zusammenfassung anschauen, „aber sicher nicht einen ganzen sonnigen Urlaubstag vor dem Fernseher opfern.“ Grundsätzlich interessiere sie sich aber schon für die Royals, ist im vergangenen Jahr sogar zur Militärparade „Trooping the Colour“ nach London gereist, der Geburtstagsparade für die Queen. „Aber niemand weiß, welche Rolle Harry in der Thronfolge spielen wird.“ Deshalb sei die Vermählung mit Meghan Markle für sie nicht mehr als ein „gutes PR-Ereignis für das Königshaus“.

Gänzlich egal ist das royale Ja-Wort auch Eileen Winkels aus Bad Hersfeld. „Die Hochzeit gucke ich mir nicht an“, sagt die 57-Jährige, die sich als Sportwartin im Hersfelder Bridgeclub engagiert und gebürtig aus Liverpool kommt. Also aus der Stadt, deren Fußballverein in einer Woche im Champions-League-Finale gegen Real Madrid antritt. „Wenn ich ehrlich bin, ist mir die Champions League wichtiger als diese Hochzeit“, sagt sie. Ohnehin ist sie skeptisch, dass die Ehe zwischen dem britischen Prinzen und der US-amerikanischen Schauspiel-Schönheit von langer Dauer sein wird. „Sie sind völlig unterschiedlich erzogen worden, kommen aus komplett verschiedenen Kulturen“, sagt sie. „Es würde mich nicht wundern, wenn die Ehe nicht lange hält.“

Quelle: HNA

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