Christian Grunwald bald Vize-Landrat?

Rotenburgs Bürgermeister will Erster Kreisbeigeordneter werden

Christian Grunwald (CDU), Bürgermeister von Rotenburg
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Christian Grunwald (CDU), kandidiert für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten. Der amtierende Bürgermeister von Rotenburg will damit die Nachfolge von Elke Künholz antreten, deren Amtszeit am Jahresende ausläuft.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) wirft seinen Hut in den Ring: Er will für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten und somit als Vize-Landrat kandidieren.

Hersfeld-Rotenburg – Grunwald, der in wenigen Tagen 44 Jahre alt wird, will damit die Nachfolge von Elke Künholz (SPD) antreten, deren Amtszeit am Jahresende ausläuft. Der CDU-Kreisvorstand hat die Kandidatur am Montagabend einstimmig befürwortet. Das bestätigte Kreisvorsitzender Andreas Börner.

Der Kreistag wird voraussichtlich nach der Sommerpause, also im September, über die Besetzung der zweiten Spitzenposition im Landratsamt entscheiden. Elke Künholz hatte das Amt seit 2009 stets neben einem CDU-Landrat inne und wird nicht wieder antreten. Im März wurde Torsten Warnecke (SPD) zum neuen Landrat gewählt und tritt sein Amt im September an.

Christian Grunwalds Amtszeit als Bürgermeister würde 2024 enden, eine erneute Kandidatur würde für ihn nicht infrage kommen, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Hauptamtliche Funktionen sollten nach seiner Auffassung grundsätzlich maximal zwei Amtsperioden lang besetzt werden. Grunwald kommt aus der Kreisverwaltung und hatte bereits mit Elke Künholz zusammengearbeitet. Weil er Personen und Strukturen im Landratsamt bereits kenne, könne er sich gleich inhaltlichen Aufgaben zuwenden, erklärte er.

Vorher gilt es jedoch, die Stimmenmehrheit im Kreistag zu erzielen. Die CDU-Fraktion verfügt nur über 16 der 61 Sitze. Stärkste Fraktion ist die SPD mit 23 Sitzen, gefolgt von den Grünen mit sechs Sitzen. Die CDU-Fraktion befasst sich nach Angaben von Andreas Börner in der kommenden Woche mit der Nominierung.

„Wir wollen nichts vorwegnehmen, aber ich gehe davon aus, dass die Fraktion ihrem langjährigen Mitglied die verdiente Unterstützung gibt. Ich werde die Kandidatur aus voller Überzeugung unterstützen“, sagt Fraktionsvorsitzender Herbert Höttl.

Ein Bewerber mit Verwaltungserfahrung

CDU-Kreisvorsitzender Andreas Börner ist davon überzeugt, mit Christian Grunwald den perfekten Kandidaten für das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten zu haben. Der Kreisvorstand hat Grunwald am Montagabend nominiert, die Fraktion entscheidet in dieser Woche.

„Grunwald ist ein Macher, der Projekte anpackt und erfolgreich umsetzt. Ob Abzug der Bundeswehr, Flüchtlingskrise oder gesundheitliche Versorgung – er hat in Rotenburg bewiesen, dass er auch vor schwierigen Situationen nicht zurückschreckt, sondern konstruktiv mit allen Akteuren und Parteien zusammenarbeitet, um Chancen zu nutzen und die Zukunft aktiv zu gestalten“, sagt Börner.

Wichtig sei auch, dass eine lange Einarbeitungszeit entfallen würde. Das sei ein Vorteil, weil beide Spitzenpositionen im Landratsamt neu besetzt seien.

Dass Grunwald kein reiner Verwalter ist, sondern durchaus die Zukunft des Kreises mitgestalten will, macht er auch in einem Papier deutlich, das den Kreistagsmitgliedern zukommen soll. Um deren Mehrheit muss er werben.

Dabei sieht er sich als Teil eines Tandems aus politisch erfahrenem Landrat und einem Ersten Kreisbeigeordneten mit Verwaltungs- und Personalführungserfahrung – eine gute Mischung, wie er findet. Grunwald nennt sich Kandidat der bürgerlichen Mitte und verweist auf seine gute Vernetzung, die er auch durch sein ehrenamtliches Engagement als Sportkreisvorsitzender und aktiver Feuerwehrmann erarbeitet habe. Dieses Netzwerken will er auch im Landkreis auf ehren- und hauptamtlicher Basis stärken, zum Beispiel für die Akteure im Bereich der Gemeinwesenarbeit. Dass der künftige Landrat aus dem Südkreis, er selbst aus dem Nordkreis kommt, sieht Grunwald als Stärke an. Dass es unterschiedliche Betrachtungsweisen innerhalb eines Landkreises gibt, sei eher positiv für gute Lösungen.

Grunwald neigt manchmal zu plakativer Sprache. So ist er davon überzeugt, dass er auf die Stellenbeschreibung des Ersten Kreisbeigeordneten passt, wie der viel gerühmte „Arsch auf Eimer“. Und im Übrigen: Eine Bürgermeisterpension reiche auch nach zwei Amtsperioden nicht für ein auskömmliches Leben mit drei Kindern, sagt er augenzwinkernd.

Das Amt in Rotenburg könne er guten Gewissens hinter sich lassen, so Grunwald: „Die Aussichten für Rotenburg sind sehr gut.“

Von Silke Schäfer-Marg

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