125. Geburtstag

Rotenburger Geflügelzüchter: Verein lädt zu Jubiläumsschau ein

+
Im Keller wird gebrütet: Hans Krause zeigt seine Brutmaschine. 

Rotenburg/Alheim. Wer Geflügel züchtet, erlebt so einiges. Davon können auch die Mitglieder des Rotenburger Vereins berichten.  

Von Maximilian Beer

Das ist eine richtige Sensation – dass wir das im Verein haben“, sagt Hans Krause und schlägt ein fein verziertes, rot eingebundenes Buch auf seinem Küchentisch auf. Es ist das „Illustrierte Hühner-Buch“ aus dem Jahr 1884. Es umfasst Abbildungen einer Vielzahl an Hühnerrassen – samt detaillierter Beschreibungen. Krause bestaunt das prächtige Federkleid eines Goldhalsigen Phönixhahns.

Der Niederellenbacher ist 1. Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins 1892 Rotenburg, der am Wochenende mit einer „Jubiläumsschau“ 125-jähriges Bestehen feiert. Dann werden Züchter verschiedener Vereine vor Preisrichtern ihr Geflügel präsentieren. Die Jury bewertet anhand des „Rassegeflügel-Standards für Europa“ – einem ähnlichen Lehrbuch, wie es das antike Hühner-Buch ist.

„Das ist gigantisch“, sagt Krause über das Regelwerk, „das müssen die alles im Kopf haben“. Begutachtet werden etwa Haltung, Farbe oder Größe der Tiere. Stimmt die weiße Tupfung auf den schwarzen Federn der Chabo-Hühner? Es wird nur eine Frage unter vielen sein.

Im Keller bei den Eiern

Die Geflügelzucht hat einen festen Platz in Hans Krauses Leben. „Obwohl ich das seit 34 Jahren mache, sitze ich bevor die Küken schlüpfen die letzten zwei Tage vor der Brutmaschine im Keller und beobachte die Eier“, sagt er, der wegen ebendieser Maschine wertvoller Anlaufpunkt für seine Vereinsfreunde ist. Seit 15 Jahren besucht er mit einem „Schaubrüter“ Kindergärten und Schulen, um dort die Magie des Schlüpfens zu vermitteln.

Am Anfang der Zucht steht der Zuchtstamm, ein Hahn und wenige Hühner also, erklärt Krause. Die gelegten Eier werden dann für einige Tage in der Brutmaschine gelagert. Sind die Küken geschlüpft, kommen sie unter eine Infrarotlampe, wobei die Temperatur nach und nach gesenkt wird, um die Tiere an die Außentemperatur zu gewöhnen.

Farbenfroh im Herbst: Hans Krause züchtet auch Fasane.

„Man muss ein Händchen dafür haben“, sagt Krause über die Wahl des Zuchthahns. Einmal habe er auf einer Landesschau einen „Top-Hahn“ mitgenommen. „Die waren alle verrückt nach dem“. Doch der Top-Hahn, er habe einfach keine Eier befruchtet. „Ein Ausstellungstier ist nicht gleich ein Zuchttier“, sagt der Niederellenbacher.

Hans Krauses erste kleine Brutmaschine aus Styropor stand in seinem Schlafzimmer. „Dass meine Frau mich damals nicht rausgeworfen hat, ist ein Wunder“, meint er heute, und ergänzt: „Wer ’ne Taube hat, der hat ’nen Schlag“.

Das Programm der Jubiläumsschau

Der Geflügelzuchtverein 1892 Rotenburg feiert sein 125-jähriges Bestehen. Dazu richtet er am Samstag, 2. Dezember, und am Sonntag, 3. Dezember, eine „Jubiläumsschau“ aus. Diese findet in der Gudetalhalle in Alheim-Niedergude statt. Züchter aus dem Kreisverband Fulda-Werra stellen dort Wassergeflügel, große Hühner, Zwerghühner und Tauben verschiedener Rassen aus. Die Schau ist am Samstag von 14 bis 16 Uhr und am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Neben Speisen und Getränken gibt es am Sonntag zusätzlich auch ein Kinderschminken und eine Bastelecke.

Quelle: HNA

Kommentare