Rotenburger Ferienspiele: Auf dem eigenen Floß die Fulda hinab

Gleich geht’s los: Im Boot sitzen Evelyn (linke Reihe von hinten), Neele, Julius, Anna, Leon, Heike Kutzmann (mittlere Reihe von hinten), Luisa, Kiara, Dana, Jonas (rechte Reihe von hinten), Kira, Philipp, Lian und Asmir. Floßbau-Experte Eilert Bretting (vorne rechts) legt letzte Hand an.

Rotenburg. Die Ferienspiele in Rotenburg stehen jede Woche unter einem anderen Motto: Tiere, Umwelt oder Wasser. Der Floßbau an der Fulda zählt zu Letzterem.

Julius (10), Asmir (8) und Philipp (7) pumpen im Schweiße ihres Angesichts Schläuche von ehemaligen Lkw-Reifen auf – denn bei den Ferienspielen in Rotenburg ist alles Handarbeit. Die großen schwarzen Ringe sollen später das Floß, das die Kinder bauen, über Wasser halten. Rund fünfzig Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren konstruieren vier Flöße. Mit diesen fahren sie dann auf der Fulda flussabwärts.

Unterstützt werden die Teilnehmer der Ferienspiele von zehn ehrenamtlichen Betreuern zwischen 16 und 18 Jahren und vier Floßbau-Profis der Veranstaltungsagentur German Quest Events. Einer von ihnen ist Eilert Bretting. Er baut seit 20 Jahren mit unterschiedlichen Gruppen Flöße.

Kira (8) und Dana (8) pumpen aufgrund des hohen nötigen Kraftaufwands gemeinsam einen der riesigen ehemaligen Lkw-Schläuche auf. „Ist der voll?“, fragen sie Neele (10). Als diese verneint, pumpen sie weiter. Auch Kiara (8) ist mit von der Partie. „Ich war schon zweimal auf einem Floß“, sagt sie stolz. Sind die Lkw-Schläuche aufgepumpt, muss es schnell gehen. Die Hitze setzt ihnen zu. Sie drohen zu platzen. Das Vertäuen der schwarzen Ringe mit der zuvor angefertigten Holzkonstruktion überlassen die Kinder jedoch lieber den Betreuern – schließlich soll das Floß stabil und tragfähig sein. Auf dem Holzgestell werden noch drei lange Bretter als Sitzflächen befestigt. Dann ist das Wasserfahrzeug fertig. Um zu testen, ob das Konstrukt auch schwimmt, lassen es die Kinder zu Wasser. Um zu verhindern, dass das Floß abtreibt, wird es am Ufer festgebunden.

Doch so schnell geht das nicht. Vor der Abfahrt bekommt jedes Kind noch eine Schwimmweste. Dann gibt Bretting letzte Anweisungen „Bevor ihr losfahrt, zeige ich euch noch, wie ihr paddeln müsst, sonst kommt ihr nicht ans Ziel“, sagt Bretting zu den aufgekratzten Kindern. Die Jungen und Mädchen lernen, dass der Steuermann unterschiedliche Kommandos geben kann, darunter „alle zu gleich“. Ein Floß zu steuern, ist laut Bretting Teamarbeit. Nur wenn alle beim Paddeln dieselben Bewegungen machen, kommt das Floß voran. „Ihr müsst vorne reinstechen und dann nach hinten durchziehen“, erklärt er den Kindern die Paddel-Technik. Dann steht der Abfahrt nichts mehr im Weg. Begeistert entern die Jungen und Mädchen die vier Flöße. Heike Kutzmann ist Profi, sie gibt ihrer Mannschaft auf der „Flotten Emma“ die Kommandos. Auf die richtige Umsetzung achten die Betreuer Evelyn und Jonas. Nachdem alle ihren Platz gefunden haben, legen sie mit ihrem selbst gebauten Wasserfahrzeug ab.

Julius, Philipp und Asmir haben je ein Paddel ergattert und legen los. Das Floß in der Spur zu halten, ist gar nicht so einfach. „Asmir, du musst paddeln, sonst fahren wir permanent eine Kurve“, ruft Betreuer Jonas. Die Kinder fahren auf der Fulda flussabwärts bis sie in Höhe des Rotenburger Campingplatzes wieder an Land gehen.

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