Rotenburger angeklagt

Missbrauch und Pornos: Prozess gegen 59-Jährigen Montag vor dem Fuldaer Landgericht

Fulda/Rotenburg. Es geht um schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, sexuellen Missbrauch von Kindern und Herstellung kinderpornographischer Schriften.

All dies wirft Staatsanwältin Christina Dern einem 59-jährigen Rotenburger vor, der sich ab heute vor der 2. Strafkammer (Jugendstrafkammer) des Landgerichts Fulda verantworten muss.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Zeit von Anfang 2011 bis März 2013 in 50 Fällen an drei damals zwischen 12 und 13 Jahre alten Jungen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben und ihnen Pornofilme gezeigt zu haben. Bei mindestens drei Fällen soll der Angeklagte die sexuellen Handlungen mit einer verborgenen Kamera gefilmt haben (unsere Zeitung berichtete).

Der Angeklagte, der vom Bad Hersfelder Rechtsanwalt Jochen Kreissl verteidigt wird, befindet sich seit dem 25. Januar in Untersuchungshaft. Derzeit sind in dem Verfahren weitere vier Fortsetzungstermine anberaumt, der letzte am 29. Juni.

Die Missbräuche sollen in der Wohnung des Mannes stattgefunden haben.

Nach einer Durchsuchung im Jahr 2016 wurden strafbare Handlungen in Form von sexuellen Übergriffen an weiteren bislang unbekannten Jungen festgestellt. Dazu hatte die Kripo die Daten auf dem PC des Rotenburgers ausgewertet. Das Bildmaterial auf dem PC und Beschriftungen lassen nach Angaben von Presse-Staatsanwalt Harry Wilke darauf schließen, dass neben dem 13-Jährigen weitere Kinder betroffen sind. Die Jungen auf dem Bildmaterial sind nach derzeitigen Erkenntnissen im Alter von 10 bis 15 Jahren. Die Taten sind teilweise schon 20 Jahre her und erstrecken sich auch über diesen Zeitraum.

Der Prozess ist grundsätzlich öffentlich, jedoch muss bei der Erörterung schutzwürdiger Sachverhalte mit einem Ausschluss der Öffentlichkeit gerechnet werden.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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