Safer Internet Day

Rotenburger Schüler zeigen Senioren sicheren Umgang mit dem Smartphone

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Einfach mal ausprobieren: Horst Dallendörfer und Irmgard Hunold aus Rotenburg hatten spezielle Smartphone-Fragen an Oliver Jäger aus der neunten Klasse. Er empfiehlt: Immer wieder ausprobieren und geduldig sein. Foto: Susanne Kanngieser

Rotenburg – Wie ein Smartphone sinnvoll eingesetzt werden kann, das ist für viele ältere Nutzer rätselhaft. Für sie gab es jetzt Nachhilfe von Schülern der Rotenburger JGS.

Am Tag für den sicheren Umgang mit dem Internet (Safer Internet Day 2019) sollte die Generation 50plus im Mittelpunkt stehen, meinte Netways, die Medienplattform des Landkreises.

Das Expertennetzwerk von medienpädagogischen Institutionen und Personen im Landkreis hat damit ins Schwarze getroffen. Denn allein für das Thema „Welche Einstellungen sind am Smartphone möglich und notwendig?“ haben sich über 20 Teilnehmer angemeldet.

Die Schüler aus den Klassen sieben und neun, Carl Vesper, Benjamin Heußner, Oliver Jäger und Dorian Ritter, standen an diesem Tag vor der Senioren-Klasse und erklärten mit Lehrer Jörg Taubner viele Details – von der SIM-Karte bis zur Wetter-App.

Die Jugendlichen, die eigentlich einen schulfreien Tag gehabt hätten, zeigten sehr sensibel und engagiert, wie viele Vorteile so ein Smartphone bietet. Und dass man sich nicht verunsichern lassen darf. „Trauen Sie sich einfach, ein wenig herum zu probieren“, empfahl auch der Pädagoge. Ausschlaggebend sei ohnehin nicht das Alter der Nutzer. Je mehr Vertrauen die Senioren in die Technik hätten, desto leichter falle es ihnen, damit umzugehen.

Ist das WLAN-Netzwerk im Hotel sicher? „Böse Menschen könnten alles damit machen“, sagte Jörg Taubner, „wie mit einer Bank-Karte, die ja heute aus dem Zahlungsverkehr gar nicht mehr wegzudenken ist“. Wie komme ich ins Internet, wie funktioniert das mit dem WLAN und dem mobilen Netz?

Dankbar waren die Teilnehmer, dass es auch um ihre individuellen Fragen ging: Für manche war bereits das Telefonieren ein Rätsel, die etwas Fortgeschrittenen interessierten sich für das Ordnen und Speichern von Fotos. Auch das Finden, Laden und Löschen von Apps war ein großes Thema.

Margret Wagner aus Bebra war sehr konzentriert bei der Sache. Sie würde sich gerne mit ihren Enkeln per Whatsapp austauschen, Fotos versenden und erhalten. „Damit man auf dem neuesten Stand bleibt“, sagte sie. Und ihre Bekannte aus Bebra weiß aus vielen Besuchen im Altenheim, dass auch dort der Wunsch besteht, technisch mit einem Smartphone auf dem aktuellen Stand zu sein.

Eine der ältesten Teilnehmerinnen war die 83-jährige Christa Brandau aus Weiterode. Ihr Enkelkind wohnt in München. Darum wünschte sie sich, per Smartphone enger an deren Leben teilhaben zu können.

Hintergrund

In vier Gruppen wurden die Teilnehmer am „Safer Internet Day“ in der Jakob-Grimm-Schule von 15 Schülern ins digitale Zeitalter eingeführt. Neben dem Smartphone ging es unter anderem auch um Bezahlmöglichkeiten im Internet, Schutz in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Whatsapp oder andere Anwendungen von Bahn- oder Hotelportalen, Google Maps oder zum Navigieren. Das Zusammenwirken von Alt und Jung stand dabei für die Initiatoren des Landkreises im Mittelpunkt. „So kann generationsübergreifendes Lernen gelingen“, sagte Lehrer Jörg Taubner vom Expertennetzwerk Netways. Denn auch die Jugendlichen, die ihr Wissen vermitteln, profitierten davon: „Sie lernen dadurch ebenfalls, bewusster mit den Medien umzugehen und schwierige Zusammenhänge einfach und verständlich darzustellen“, ergänzte er. Mit Blick auf das digitale Zeitalter wünscht sich der Pädagoge, dass Eltern, Kinder, Erzieher und Lehrer an einem Strang ziehen sollten, damit die Technik dem Alter der Kinder entsprechend sinnvoll genutzt werden könne. „Wenn Kinder früh einen Bezug zu Technik haben, lernen sie auch, damit umzugehen“, ist sich Taubner sicher. Eine Anschlussveranstaltung findet am Dienstag, 26. Februar, von 16 bis 17.30 Uhr im Medienzentrum in Rotenburg, Pestalozzistraße 7, statt. Anmeldungen werden unter Telefon 06623/817 8000 entgegengenommen. Informationen zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit der digitalen Technik gibt es bei Taubner, ebenfalls im Rotenburger Medienzentrum.

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