Hindernislauf in der Fuldastadt

Schweiß, Schlamm und Hitze: So war der Red Castle Run in Rotenburg

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Beliebter bei den Besuchern: Weil die Hindernislauf-Strecke in und rund um Rotenburg verlief, wurde der Marktplatz neben dem Ziel zum Treffpunkt.   

Gut gelaunte Läufer und viel zu Gucken für die Besucher am Streckenrand: Rotenburg rannte am Samstag beim Red Castle Run, dem ersten großen Hindernislauf der Fuldastadt.

Aktualisiert am 25. August um 17.14 Uhr - Mit etwa 1200 Teilnehmern war das Feld für den ersten Lauf dieser Art in Rotenburg sehr gut gefüllt. Bei der Kinder- und Familienrunde über vier Kilometer am Vormittag gingen rund 300 Läufer an den Start, der Hauptteil lief die mittlere Distanz, also acht Kilometer. Ein ganz harter Brocken: die Ritterrunde über 16 Kilometer. Noch dazu ging es auf dem Abschnitt rund um die Alheimer-Kaserne häufiger bergauf. 

Je nach Strecke führte der Weg die Läufer zunächst in den Schlosspark mit seinen Schlammparcours oder sie wurden direkt "in die Berge" geschickt - dort ließ der erst Schlamm allerdings auch nicht lang auf sich warten. 

Ein Beispiel? Der sogenannte Mey-Slide: Über eine etwa 40 Meter lange Rutsche ging es für die Läufer steil bergab. Wer genug Tempo aufnahm, landete mit einem befriedigenden Platschen samt Schlammfontäne im "Wasserloch", wie der tiefste Punkt der Wiese auf dem Streckenplan heißt.

Das Schaudern beim ersten Schmodder-Kontakt

"Das Schlimmste ist der erste Schmodder-Kontakt", sagte Anika Berge aus Niedergude, "also beim Übergang von sauber zu dreckig. Danach ist es nur noch lustig." Ihre Familie lief die Strecke über vier Kilometer.

Schlammige Schuhe, nasse Socken: Der Familie Berge war das egal. Vorn Tim und Josef, hinten ihre Eltern Anika und Thomas Berge aus Niedergude. 

Die erste harte Hürde für die Teilnehmer des Kinder- und Familienlaufs: die "Stadtmauer", die nur mit Teamarbeit zu überwinden war. 

Kräftig unterstützt von den treibenden Rhythmen der Rotenburger Schlossgeister hangelten sich die Läufer auf dem Marktplatz dann über ein mit Wasser gefülltes Becken. Eine kurze Erfrischung dürfte viele aber auch nicht gestört haben - bereits am Vormittag arbeiteten sich die Temperaturen stetig auf die 30-Grad-Marke zu.

DLRG zieht Nichtschwimmer aus der Fulda 

Entsprechend war auch am Fuldawehr - das die Teilnehmer der beiden großen Runden ab 14 Uhr gegen die Strömung überwinden mussten - immer wieder ein erleichtertes Seufzen zu hören.

Auf Wache am Wehr: Sascha Richter, Jakob Uwe und Janine Schulscheck von der DLRG.

Dennoch hatte die für die Wache zuständige DLRG Rotenburg - mit Unterstützung von Lebensrettern aus Wildeck und Heringen - zu tun. Am Nachmittag hatten Einsatzleiter Jakob Uwe und seine Mitstreiter bereits einen Nichtschwimmer und einen Läufer mit Wadenkrampf aus dem Wasser geholt und eine Schnittwunde versorgt.  

Probleme bei der Orientierung

Der Streckenverlauf war den meisten Läufern spätestens nach Zuruf der vielen Helfer an den Hindernissen klar. Dennoch waren immer wieder Nachfragen von den Teilnehmern zu hören.

Das bestätigt auch Volker Pellen: Der erfahrene OCR-Wettkämpfer (vom Englischen "Obstacle Course Racing", zu deutsch: Extrem-Hindernislauf) aus Kranenburg in Nordrhein-Westfalen lief 2017 bei der Weltmeisterschaft in Kanada mit und siegte mit dem Team bei den bekannten Mud-Masters in Weeze. In Rotenburg testete er, mit einer Videokamera in der Hand, für unsere Zeitung die Ritterunde. 

Für unsere Zeitung mit der Kamera auf der Strecke: der 49-jährige und wettkampferfahrene Volker Pellen. 

Die fünfköpfige Spitzentruppe sei plötzlich um drei Läufer ärmer gewesen, die sich offenbar verlaufen hatten. "Eine Goldene Regel ist: Bei 16 Kilometer Strecke brauch man 32 Kilometer Flatterband", so Pellen, "und teilweise wussten wir wirklich nicht, wo lang". Gerade im Wettkampfbereich gerate man irgendwann in den Tunnel - da brauche es dann eine klare Führung. 

Aber: "Die Strecke war super. Da hätten sich auch andere Cracks, gerade bei der Hitze heute, die Zähne ausgebissen." Vielen Läufern habe es ausgesprochen gut gefallen.

Gibt es sonst nur in Wellnessbädern: Das "Drecksloch" versprach eine "Schlammkur".

Eine humorvolle Wegbeschreibung gab es übrigens am vielversprechend klingenden "Drecksloch" auf dem Weg in die Innenstadt. Nach dem Bad im Schlammkur-Container empfahlen die Helfer den Läufern: "Jetzt geht's weiter Richtung Innenstadt - einfach dem Dreck nach."       

Wir haben Eindrücke vom Red Castle Run gesammelt:

Rotenburg rennt: So war es beim Red Castle Run

Fotos: Mehr vom Red Castle Run in Rotenburg

Rotenburg rennt: Noch mehr vom Red Castle Run in Rotenburg

Quelle: HNA

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