Bürgermeister hatte "Masterplan 2017-2020" vorgelegt

Stadtentwicklung: Rotenburgs Politiker ziehen mit

Nur einen Schuss: Den hat die Stadtverordnetenversammlung nach Einschätzung von Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, um den Parkplatz Altes Amtsgericht erfolgreich zu bebauen und zu gestalten. Die stadtnahe Fläche hat bereits eine Reihe möglicher Investoren auf den Plan gerufen.

Rotenburg. Vertrauensbeweis für Bürgermeister Christian Grunwald: Sein „Masterplan 2017-2020“, den er mit Unterstützung der Verwaltung und der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft (MER) vorgelegt hatte, ist von den Stadtverordneten am Donnerstag einstimmig bei einer Enthaltung (SPD) verabschiedet worden.

Der Kern ist die Stadtentwicklung. Grunwald selbst machte zu Beginn deutlich, dass es bei den einzelnen Plänen nicht um Utopien, sondern um sehr konkrete Projekte geht. Ein paar Stichworte zum Plan:

Neue Baugebiete für junge Familien bis 2019

Laut Bürgermeister wurden bereits Gespräche mit Grundstückseignern geführt und zum Teil Vorverträge abgeschlossen.

Bebauung des Parkplatzes Altes Amtsgericht

Diese „bedeutendste Fläche“ für die Stadtentwicklung, wie Grunwald meint, habe bereits das Interesse mehrere Investoren – auch aus der Region – gefunden. Es gebe erste vielversprechende Angebote, über die in den nächsten Monaten befunden werden soll. Die Stadtverordneten müssen dann entscheiden, ob die Fläche verkauft und einem Projektierer überlassen werden soll, oder ob sie in der Hand der MER bleiben soll, und ein Projektierer mit Planung und Akquise beauftragt wird. Fest steht: Es soll ein Einkaufsmarkt gebaut werden, die Parkflächen darunter sollen erhalten bleiben.

Laut Grunwald ist die Nachfrage ungebrochen. Möglich sei zum Beispiel, das städtische Grundstück unterhalb des alten Kreisaltenzentrums am Kratzberg, für Wohnbebauung zu nutzen. Gesprochen wird übrigens nicht mehr vom Kratzberg, sondern vom älteren und wohl auch schickeren Namen „Emanuelsberg“.

Wirtschaft

Als kleinere aber umso wichtigere Projekte nannte Grunwald die Versorgung des Industriegebiets Am Rasenwege mit schnellem Internet. Das werde weder von der Telekom noch von Breitband Nordhessen kurzfristig versorgt. Hier müsse die Stadt einen Partner finden, der die Unternehmen digital aufrüstet. Für die städtische Fläche zwischen Finanzamt und Hof Eichwede, aktuell eine Pferdekoppel, soll die Bauleitplanung in Gang kommen, damit das Grundstück vermarktet werden kann.

Dorfentwicklung

Die MER soll die Vermarktung leer stehender, aber bewohnbarer Häuser helfen. Schandflecken in Ortskernen, also schon lange unbewohnte und ’runtergekommene Gebäude sollen gegebenenfalls abgerissen werden und Platz für Neubauten und somit Belebung der Dörfer schaffen.

„Ambitioniert“ nannte CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph die Pläne des Bürgermeisters. „Wir wollen auch nicht langsam vor uns hin dümpeln, sondern endlich große Schritte machen“, meinte Rudolph. Seine Fraktion stimme dem Plan „mit Freuden“ zu. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Heise unterstützt den Masterplan, der nun mit Leben gefüllt werden müsse. Dass nicht alles aus dem Plan gelingen könne, sei möglich. Aber auch dann müsse an der Stadtentwicklung weiter gearbeitet werden, sagte Heise und bezog sich auf das einst erhoffte, aber nicht realisierbare Projekt City-Outlet.

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