Neues Jahr beginnt mit Müll-Entsorgung 

Rotenburger Pfarrer ist sauer über Böller-Müll auf dem Kirchenvorplatz

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Mussten von Niquet entsorgt werden: Leergut und Raketenbatterien, die nach dem Feiern vor der Martin-Luther-Kirche in Rotenburg stehengelassen wurden. 

Rotenburg. Pfarrer Lars Niquet ist sauer, weil Silvester vor der Martin-Luther-Kirche Feuerwerk gezündet und nicht entsorgt wurde. Er kritisiert die Verursacher bei Facebook.

Es ist ein entspannter und schöner Silvesterabend für Rotenburgs Pfarrer Lars Niquet – bis um 2.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt will er die Beleuchtung der Martin-Luther-Kirche abschalten und schlafen gehen. Und stellt fest, dass quer über den Kirchplatz verstreut Feuerwerkmüll liegt. In einem ernst gemeinten, aber unterhaltsam geschriebenen Facebook-Beitrag, hat er sich nun an die Verursacher gewandt.

Denn das neue Jahr beginnt für den Pfarrer mit einer Aufräumaktion von Müll, mit dem er nichts zu tun hat. Offensichtlich, so beschreibt es Niquet in dem ausführlichen Beitrag auf seiner Facebook-Seite, seien auch auf dem Kirchplatz „Böller-Menschen am Werk gewesen – und das nicht zu knapp.“

Er hat auswärts gefeiert, getroffen hat er die Feiernden also nicht. Er findet nur ihre Spuren: Neben den Böllerresten stehen am Rand des Kirchplatzes „fein säuberlich aufgereiht“ verschossene Raketenbatterien, Pappkartons und vier leere Bierflaschen. „Dass meine Neujahrsfreude bei all diesem Anblick sogleich deutlich geringer wurde, wird nicht allzu viele überraschen“, so Niquet.

Pfarrer Lars Niquet

Das Böllern auf dem Kirchenvorplatz sei jahrelang ein Tabu gewesen und zudem auch gesetzlich verboten – nicht nur in unmittelbarer Nähe von Kirchen, sondern auch nahe Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Das sei mit einer simplen Internetsuche schnell festgestellt – falls keine HNA vorhanden sei, die ebenfalls berichtet hatte. „Wenn ich das schon rausbekommen kann, wird das für andere nicht schwieriger sein“, schreibt der Pfarrer verärgert.

Die Diskussion, ob geböllert werden darf und sollte (und wenn ja: wie viel überhaupt?), will Lars Niquet gar nicht führen: „Böllern ist ein lange verbreitetet Brauch unserer Silvester-Rituale.“ Was der Pfarrer durchaus diskutieren möchte, ist, ob auf dem Kirchplatz auch noch ein Saustall hinterlassen werden muss und nicht wenigstens die gröbsten Böllerreste aufgehoben werden können. Seine Antwort: „Wer hinträgt, kann auch wieder wegtragen...das hätte mir erspart, diesen von anderen verursachten Müll aufkehren und wegschmeißen zu müssen.“

Der Pfarrer würde sehr gern persönlich mit den „Kirchplatz-Böller-Leuten“ sprechen („wir würden sicherlich ganz vernünftig miteinander reden können“).

Niquet möchte aber zumindest aufgrund dieses Vorfalls zum Nachdenken anregen. Darüber, wie sich das „von dannen machen“ ohne aufräumen auf den Start ins neue Jahr anderer Menschen auswirkt. (cig)

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